Von Claude Lorrain bis François Boucher: Die Alte Pinakothek München erzählt die faszinierende Geschichte einer jahrhundertelangen Kunstbeziehung zwischen Frankreich und Bayern.

Elegante Porträts, stimmungsvolle Landschaften und prachtvolle Szenen voller Mythologie und höfischer Lebensart: Französische Malerei entfaltet einen besonderen Zauber. Sie erzählt von Macht und Schönheit, von großen Gefühlen und feinen gesellschaftlichen Codes – und von einer Zeit, in der Kunst weit mehr war als Dekoration. Sie war Ausdruck von Prestige, politischem Anspruch und kultureller Verbundenheit. Mit der Ausstellung „Liaisons Françaises. Französische Malerei in Bayern von Claude Lorrain bis François Boucher“ lädt die Alte Pinakothek in München dazu ein, diese spannende Geschichte neu zu entdecken.

ANZEIGE
Mit der Salzburg Card die Mozartstadt entspannt entdecken: freier Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten, freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und attraktive Ermäßigungen inklusive.
Valentin de Boulogne, Erminia bei den Hirten, um 1630 (Detail), Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster

Valentin de Boulogne, Erminia bei den Hirten, um 1630 (Detail), Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster

Die Alte Pinakothek zählt zu den bedeutendsten Gemäldegalerien Europas. Ihr herausragender Bestand europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert verdankt sich zu einem wesentlichen Teil der Sammelleidenschaft der Wittelsbacher. Unter den zahlreichen Meisterwerken nimmt die französische Malerei einen besonderen Platz ein: Für den deutschen Raum ist die Sammlung außergewöhnlich umfangreich und vielfältig. Erstmals widmet das Museum diesem kostbaren Bestand eine große Ausstellung, ergänzt durch ausgewählte Leihgaben aus dem In- und Ausland.
Die Geschichte dieser Kunstbeziehungen reicht weit zurück. Bereits im 17. Jahrhundert gelangten Gemälde des französischen Landschaftsmalers Claude Lorrain nach Bayern. Seine idealisierten Naturwelten verbinden Licht, Weite und poetische Ruhe zu stimmungsvollen Bildräumen, die bis heute faszinieren. Auch französische Porträtmaler fanden ihren Weg an den Münchner Hof und prägten mit ihren Werken das repräsentative Bild der höfischen Gesellschaft.
Ein besonderer Höhepunkt der Sammlungsgeschichte ist das Jahr 1698. Damals erwarb Kurfürst Max Emanuel Nicolas Poussins Gemälde „Midas und Bacchus“. Das Werk steht beispielhaft für die Faszination, die von der französischen Historienmalerei ausging: Antike Stoffe, kunstvoll komponierte Szenen und vielschichtige Erzählungen machten die Gemälde zu anspruchsvollen Bildwelten, die sich dem Publikum nicht immer auf den ersten Blick erschließen.

François Lemoyne, Eine Jagdgesellschaft, um 1723, Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster

François Lemoyne, Eine Jagdgesellschaft, um 1723, Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München, Foto: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sibylle Forster

Um 1800 erhielt die Münchner Sammlung weiteren bedeutenden Zuwachs. Durch Erbfälle wurden die Wittelsbacher Galerien aus Mannheim, Düsseldorf und Zweibrücken mit den Münchner Beständen vereint. Auf diese Weise fanden zahlreiche französische Werke ihren Weg nach Bayern, darunter François Lemoynes „Jagdgesellschaft“. Über Generationen gewachsen, spiegelt die Sammlung damit nicht nur wechselnde Kunstvorlieben, sondern auch die politischen Verflechtungen und dynastischen Verbindungen Europas wider.
Rund 50 Künstler und eine Künstlerin treten in der Ausstellung in einen spannenden Dialog. Von Claude Lorrains poetischen Landschaften über Poussins erzählerische Bildwelten bis zu François Bouchers eleganter, sinnlicher Malerei eröffnet sich ein facettenreiches Panorama französischer Kunst. Dabei geht es nicht allein um berühmte Namen und Meisterwerke, sondern auch um die Wege, auf denen Kunst gesammelt, weitergegeben und zu einem kulturellen Erbe wurde.
„Liaisons Françaises“ erzählt von einer Beziehung, die über Jahrhunderte gewachsen ist. Die Ausstellung macht sichtbar, wie eng Kunst und Geschichte miteinander verwoben sind – und wie französische Malerei in Bayern eine Heimat gefunden hat. Ein Besuch in der Alten Pinakothek wird so zu einer Reise durch die Kunstgeschichte und zu einer Begegnung mit den vielfältigen Verbindungen zwischen zwei europäischen Kulturtraditionen.
26. November 2026 bis 4. April 2027
www.pinakothek.de

Jean de Wayembourg, Elisabeth Renata von Lothringen, Gemahlin Kurfürst Maximilians I. von Bayern, 1595, Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München, Foto: Philipp Mannsmann

Jean de Wayembourg, Elisabeth Renata von Lothringen, Gemahlin Kurfürst Maximilians I. von Bayern, 1595, Leinwand, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München, Foto: Philipp Mannsmann