Im Wiener Burgtheater bringt Ewald Palmetshofer mit Sankt Falstaff eine kraftvolle, gegenwartsbezogene Neudeutung einer der größten Figuren aus Shakespeares Welt auf die Bühne. Politik, Macht und menschliche Widersprüche treffen in dieser düsteren wie komischen Parabel aufeinander und öffnen den Blick auf unsere Zeit.

Sankt Falstaff erzählt von Politik und Macht, von der Kluft zwischen oben und unten, zwischen Herrschenden und Beherrschten. In einer Welt, in der der Staat im Chaos versinkt und ein Quasi-König nach einer geeigneten Nachfolge sucht, entspinnt sich eine ungewöhnliche Beziehung zwischen dem Soldaten John Falstaff und dem Prinzen Harri. In der Container-Kneipe von Frau Flott treffen diese beiden Figuren aufeinander – Freundschaft, Vertrautheit oder etwas anderes? Inmitten gesellschaftlicher Verwerfungen spielt sich ihre Geschichte ab, während das „Gift der Macht“ zerstörerisch auf Beziehungen und auf Gesellschaft insgesamt wirkt.

Ewald Palmetshofer lotet mit seiner Adaption der berühmten Shakespeare-Figur die Abgründe einer dystopischen Welt aus. Seine Aktualisierung des Königsdramas nimmt den klassischen Stoff nicht nur als Vorlage, sondern entwirft daraus ein Stück der Stunde, in dem Fragen nach Herrschaft, Gewalt, Hoffnung und menschlicher Nähe unüberhörbar werden. Unter der Regie von Karin Henkel entfaltet sich eine sprachgewaltige, funkelnde Inszenierung, die sich mit der Gegenwart auseinandersetzt und fragt, warum die Zeiten nicht besser werden – und ob in all den Verwerfungen dennoch Raum für Hoffnung bleibt.
Österreichische Erstaufführung 9. Mai 2026

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