Wenn die Tage kürzer werden und die Stadt im Lichterglanz erstrahlt, öffnet Wien wieder seine klingenden Türen: Vom 1. bis 24. Dezember 2025 lädt der 17. Musikalische Adventkalender zu einer außergewöhnlichen Reise durch die Bezirke – vom 1. bis zum 23. Bezirk, Tag für Tag, Konzert für Konzert. Unter dem diesjährigen Motto „Re/aktion!“ feiert die Reihe erneut jene Momente, in denen Musik und Begegnung zu einer Haltung werden.
Organisiert vom Kulturverein d’Akkordeon, seit 2024 unter der künstlerischen Leitung von Lisa Reimitz und Franziska Hatz, ist der Musikalische Adventkalender längst zu einem Fixpunkt im Wiener Kulturwinter geworden. Abseits von Kitsch und Dauerberieselung entsteht hier ein Raum für feine Zwischentöne, gesellschaftliche Reflexion und adventliche Verbundenheit. „Wir möchten Kunst zugänglich machen – ohne Schwellen, aber mit Haltung“, sagt Lisa Reimitz. „Re/aktion bedeutet, aufeinander zu hören – in einer Zeit, in der Stille kostbar geworden ist.“
Das Programm ist ebenso vielfältig wie die Stadt selbst: AF90 eröffnet am 1. Dezember im Porgy & Bess den klingenden Reigen, gefolgt von musikalischen Lesungen, improvisierten Bühnenformaten, Workshops, Performances und Konzerten von Künstler:innen wie Violetta Parisini, Julia Lacherstorfer, Die Goas, Vereter oder dem legendären Schmusechor. Neben den großen Bühnen finden sich intime Orte wieder – Weinhäuser, Kinos, Kirchen und Ateliers – Räume, die Geschichten tragen und Begegnung ermöglichen.

Best off: Christoph Bochdansky & Die Strottern © Thilo Neubacher
Begleitet wird der Kalender von der Ausstellung „We no shoot – you no shoot“ des Künstlers Kalle Aldis Laar, die an den Weihnachtsfrieden von 1914 erinnert – ein stiller Akt des Mutes inmitten des Krieges. Sie steht sinnbildlich für das Festivalmotto: Reaktion als Bewegung aufeinander zu, als Einladung, das Verbindende zu suchen.
Und auch digital öffnet sich ein neues Kapitel: Der Podcast „Festival Buero“ beleuchtet an den veranstaltungsfreien Tagen die Hintergründe des Festivals – Gespräche, Gedanken und musikalische Reflexionen, ideal für winterliche Abende bei Kerzenschein.

Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus. © Zoe Apratko
Ob mit Funkkopfhörern beim „Altgassenziaga“, bei Chorabenden im Freien oder bei der berührenden Lesung „So lange es dauert dich auszusprechen“ – jeder Abend erzählt seine eigene Geschichte von Nähe und Resonanz. Selbst an Heiligabend bleibt die Idee lebendig: Mit dem Projekt „Tafeln!“ feiert der Musikalische Adventkalender im Haus Kim der Caritas Wien gemeinsam mit Bewohnerinnen, Bewohnern, Musikerinnen, Musikern und Gästen das Fest der Verbundenheit – leise, herzlich, menschlich.
So wird der Advent in Wien zu einem klingenden Kalender der Möglichkeiten. Jeder geöffnete Tag, jede Note, jedes Wort eine Einladung, nicht nur zuzuhören, sondern mitzuschwingen – mit einer Stadt, die auch im Winter ihre Stimme erhebt.
1. bis 24. Dezember 2025
www.muad.at







