Im Salzburger Saalachtal, nahe der Grenze zu Deutschland, verbindet Fort Kniepass auf außergewöhnliche Weise Geschichte, Erlebnis und Kulinarik. Die historische Befestigungsanlage hat sich in den vergangenen Jahren zu einem vielseitigen Ausflugsziel entwickelt, das Einheimische ebenso wie Gäste anzieht. Zwischen imposanten Berglandschaften, dem Fluss Saalach und jahrhundertealten Mauern entsteht hier ein Ort, an dem Abenteuerlust, kulturelle Entdeckungen und regionale Genussmomente miteinander verschmelzen.
Adrenalin und Spaß: Die VIPER SLIDE
Ein besonderer Publikumsmagnet ist die spektakuläre VIPER SLIDE, die längste und höchste Röhren-Trockenrutsche der Alpen. Mit einer Länge von rund 150 Metern und einem Höhenunterschied von 56 Metern bietet sie ein rasantes Erlebnis für alle, die Nervenkitzel lieben. In bequemen Filz-Sitzsäcken sausen die Besucher mit Geschwindigkeiten von bis zu 35 Kilometern pro Stunde durch die Röhre.
Die Fahrt beginnt an der historischen Festungsanlage und führt zunächst durch einen horizontalen Kreisel, bevor sie in einem schwungvollen Verlauf hinunter ins Tal führt. Verschiedene Licht- und Soundeffekte begleiten die rasante Abfahrt: Mal gleitet man durch einen geheimnisvollen Urwald, mal durch ein funkelndes Weltall oder eine Disco aus Licht und Klang. Am Ende der Fahrt landen die Besucher im Indoor-Spielbereich des Besucherzentrums – und wer möchte, kann die actionreiche Abfahrt sogar als Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen.

Fort Kniepass © Kathrin Gollackner Fotografie
Ein Ort mit bewegter Geschichte
Doch Fort Kniepass ist weit mehr als ein modernes Erlebnisziel. Seine Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Bereits 1350 wird der sogenannte „Chniepoz“ erstmals urkundlich als befestigter Grenzposten erwähnt. Durch die strategisch wichtige Lage an der Talenge entlang der Saalach spielte dieser Ort über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende Rolle für den Handel und die Kontrolle der Grenze zwischen Bayern und dem Erzstift Salzburg.
Im Jahr 1613 ließ Markus Sittikus die enge Passage durch Felssprengungen erweitern, um den Verkehrsweg besser passierbar zu machen. Wenige Jahre später wurde die Anlage während des Dreißigjährigen Krieges weiter ausgebaut. Unter Paris Lodron entstand 1621 eine stärkere Befestigung, die die strategische Bedeutung des Passes sichern sollte. Da es jedoch nie zu militärischen Auseinandersetzungen kam, blieb die Anlage weitgehend im Originalzustand erhalten. Später wurde sie unter anderem als Repräsentationsgebäude und Schützenstation genutzt.
Heute erzählt Fort Kniepass mit seinen Mauern, Türmen und Wegen eindrucksvoll von dieser langen Geschichte – und verbindet historische Substanz mit zeitgemäßen Erlebnisangeboten.
Der Erlebnisweg „KniePASS“
Wie eng Geschichte und Gegenwart hier miteinander verwoben sind, zeigt der Erlebnisweg „KniePASS“. Dieser führt Besucher vom Tal über rund 55 Höhenmeter hinauf in die historische Befestigungsanlage und widmet sich auf zwölf Stationen dem vielschichtigen Thema „Grenzen“.
Dabei geht es nicht nur um geografische oder politische Grenzen, sondern auch um persönliche Herausforderungen und gesellschaftliche Entwicklungen. Ausgestattet mit einem Begleitbooklet erkunden Besucherinnen und Besucher die verschiedenen Stationen, erfahren Wissenswertes über die Geschichte der Region und werden gleichzeitig dazu angeregt, über eigene Grenzen nachzudenken.
Besonders für Kinder wurde der Weg spielerisch gestaltet: Sie sammeln unterwegs Felsbilder, lösen kleine Rätsel und entdecken die Anlage auf kreative Weise. Nach etwa ein bis eineinhalb Stunden endet der Rundgang mit der Auswertung des persönlichen „KniePASS“, bei der die Besucher erfahren, wie sie selbst mit Herausforderungen und Grenzen umgehen. So verbindet der Erlebnisweg Kulturvermittlung, Naturerlebnis und Abenteuer zu einem Ausflug für die ganze Familie.
Genuss und Begegnung im Besucherzentrum
Direkt an der Bundesstraße B178 gelegen, bildet das Besucherzentrum das Herzstück des Fort Kniepass. Hier befindet sich das Restaurant Fort Kulinarik, in dem Gastgeber Eva Schevers und Thomas Hollaus regionale Spezialitäten in moderner Interpretation servieren. Frische Zutaten aus der Region, saisonale Produkte und kreative Zubereitung prägen das kulinarische Angebot.
Das helle und freundliche Ambiente mit rund 90 Sitzplätzen sowie ein gemütlicher Gastgarten laden dazu ein, nach einem erlebnisreichen Tag zu entspannen. Im angeschlossenen Shop finden Besucher hochwertige regionale Produkte und Souvenirs – ideal, um ein Stück des Saalachtals mit nach Hause zu nehmen.

Fort Kniepass © Kathrin Gollackner Fotografie
Spiel und Bewegung für die Jüngsten
Auch Familien mit Kindern kommen hier auf ihre Kosten. Der rund 80 Quadratmeter große Indoor-Spielplatz bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Klettern, Balancieren und Entdecken. Eine große Felsformation, Balanciernetze, eine Kinderrutsche, eine Kugelbahn und verschiedene Bauelemente sorgen dafür, dass sich Kinder nach Herzenslust austoben können, während Erwachsene entspannt einen Kaffee genießen.
Fermentation: Kulinarik trifft Wissen
Ein innovatives Projekt im Besucherzentrum ist das integrierte Fermentationszentrum. Hier dreht sich alles um traditionelle und moderne Techniken der Lebensmittel-Fermentation. Besucher können nicht nur fermentierte Spezialitäten verkosten, sondern auch an Workshops und Schulungen teilnehmen. Die Ernährungs- und Fermentationsexpertin Karin Buchart möchte hier Wissen über gesunde, nachhaltige Ernährung vermitteln und gleichzeitig das Bewusstsein für regionale Lebensmittel stärken. Damit wird Fort Kniepass nicht nur zum kulinarischen Treffpunkt für Ausflugsgäste, sondern auch zu einem Ort des Lernens und Austauschs für die lokale Bevölkerung.
Kultur unter freiem Himmel
Ein weiterer Schritt in Richtung lebendiger Kulturort ist die neue Freiluftarena innerhalb der historischen Mauern. Mit Platz für bis zu 500 Besucher bietet sie eine beeindruckende Bühne für Konzerte, Theateraufführungen, Präsentationen und Veranstaltungen. In diesem besonderen Ambiente treffen Geschichte und Gegenwart aufeinander: Die historischen Mauern bilden die Kulisse für moderne Kulturveranstaltungen und schaffen so einen Raum, in dem Grenzen – ganz im Sinne des Fort Kniepass – überwunden werden und Menschen zusammenkommen.
Fort Kniepass ist damit weit mehr als eine historische Sehenswürdigkeit. Es ist ein Ort, an dem Vergangenheit, Abenteuer, Genuss und Kultur miteinander verschmelzen – ein Ausflugsziel, das Geschichte erlebbar macht und zugleich neue Perspektiven eröffnet.
Mai, Juni, September, Oktober und 1. und 2. November 2026
www.fort-kniepass.at

Fort Kniepass © Kathrin Gollackner Fotografie






