Adunni Olorisa macht die visionäre Kraft des Werkes von Susanne Wenger neu erfahrbar: eine Ausstellung über Spiritualität, künstlerische Transformation und die Grenzen zwischen individueller Vision und kollektiver Weltdeutung.
Die Ausstellung stellt die außergewöhnliche Künstlerin Susanne Wenger in den Mittelpunkt, deren Schaffen stets zwischen bildender Kunst, Ritual und spiritueller Suchbewegung angesiedelt war. Wenger entwickelte eine unverwechselbare Bildsprache, in der Zeichen, Symbole und organische Formen zu einer Seh- und Erfahrungswelt verschmelzen, die über das rein Visuelle hinausweist. Ihre Kunst ist Ausdruck einer tiefen Verbundenheit mit metaphysischen Prozessen und lädt dazu ein, Wahrnehmung als ein dialogisches Geschehen zwischen Innenwelt und Weltgeschehen zu begreifen.
Adunni Olorisa eröffnet einen Einblick in diese kontemplative Kraft: In den Räumen der Halle für Kunst Steiermark treten Wandarbeiten, Objekte und immersive Arrangements in einen Resonanzraum, der Besucherinnen und Besucher dazu anregt, Bilder nicht nur passiv wahrzunehmen, sondern als lebendige Kräfte zu erleben. Die Ausstellung entfaltet so eine Atmosphäre, in der künstlerische Form und spirituelle Imagination unmittelbar zusammenwirken.

Susanne Wenger am Eingang des Ilé Alájere und Ọbàtálá Schreins im Heiligen Hain von Ọ̀ṣun Òṣogbo, Nigeria Foto: Gerhard Merzeder / Susanne Wenger Foundation
Im Zentrum steht dabei nicht nur die Form, sondern die Frage nach Sinnstiftung, transzendentaler Erfahrung und kultureller Übersetzung. Wenger verhandelt in ihren Werken corporeale und kosmische Ebenen; sie lotet die Wechselwirkungen zwischen individueller Kreativität und universellen Bildern aus, die in unterschiedlichen Kulturen als Sinnträger gelten.
Durch diesen Ansatz eröffnet Adunni Olorisa einen erweiterten Denkraum: Kunst wird zur Praxis des Erinnerns, der Transformation und des Wahrnehmens jenseits des Offensichtlichen. Besucherinnen und Besucher werden eingeladen, sich auf diese vielstimmige Bildwelt einzulassen und die tiefen Schichten von Ausdruck, Glauben und künstlerischer Intuition zu erkunden.
7. Februar bis 19. April 2026






