Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann rückt Klagenfurt eine der bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts in den Mittelpunkt. Die Ausstellung „Ingeborg Bachmann – Eine Hommage“ im kärnten.museum nähert sich der Autorin nicht nur als Schriftstellerin, sondern als Intellektuelle, Denkerin und prägende Persönlichkeit ihrer Zeit.
Die umfassende Schau zeichnet ein vielschichtiges Porträt Bachmanns und widmet sich zentralen Themen ihres Werkes: den Erfahrungen von Krieg und Nachkriegszeit, Fragen von Identität und Geschlechterrollen, den Grenzen der Sprache sowie der engen Verbindung von Literatur, Musik und Philosophie. Originalmanuskripte, Briefe und selten gezeigte Dokumente eröffnen dabei unmittelbare Einblicke in ihren kreativen Arbeitsprozess und machen sichtbar, wie konsequent Bachmann nach neuen sprachlichen Ausdrucksformen suchte.

Ingeborg Bachmann Haus Klagenfurt, Foto: J. Puch
Filmausschnitte, Fotografien und historische Tonaufnahmen erweitern die Ausstellung um eine mediale Ebene und lassen die faszinierende Persönlichkeit der Autorin lebendig werden. So begegnen Besucher nicht nur der Literatin, sondern auch der öffentlichen Figur, deren Denken und Schreiben bis heute nachwirken. Einen besonderen Akzent setzt die Auseinandersetzung mit dem Werk des deutschen Künstlers Anselm Kiefer. Seine Arbeiten treten in einen Dialog mit Bachmanns Texten und eröffnen neue Perspektiven auf ihr literarisches Universum. Mit der Bronzeskulptur „Die Orden der Nacht (für Ingeborg Bachmann)“ entsteht zudem ein dauerhaftes Zeichen der Erinnerung im öffentlichen Raum Klagenfurts.
Ergänzt wird die Ausstellung durch das Ingeborg-Bachmann-Haus, das ehemalige Elternhaus der Autorin. Dort wird Literaturgeschichte auf besonders persönliche Weise erfahrbar. Briefe, Dokumente und biografische Zeugnisse zeichnen den Weg einer jungen Kärntnerin nach, die zu einer der wichtigsten europäischen Autorinnen ihrer Generation wurde.
Die Ausstellung versteht sich nicht nur als Rückblick auf Leben und Werk, sondern als Einladung, Bachmanns Texte neu zu entdecken. Sie zeigt eine Autorin, deren Fragen nach Sprache, Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
18. Oktober 2026 bis 4. Juli 2027






