Seit Sommer 2025 verwandelt sich das Montafon mit seiner Theaterwanderung „Grenzerfahrungen am Zauberberg“ erneut in eine Bühne, auf der lokale Geschichten globale Entwicklungen spiegeln. Nach fast 100 ausgebuchten Vorstellungen der Inszenierung „Auf der Flucht“ bringt teatro caprile 2026 die Zuschauerinnen und Zuschauer wieder auf Wanderpfade, die Geschichte, Literatur und Musik zu einem immersiven Erlebnis verweben. Gargellen, lange beworben als „das österreichische Davos“, wird dabei zur Mikrokosmos, in dem historische Ereignisse, literarische Inspirationen und persönliche Schicksale aufeinandertreffen.

Basierend auf historischen Dokumenten, Zeitungsartikeln und literarischen Texten von Lucie Varga, Ernst Krenek, Thomas Mann, Franz Bernhard Freiherr von Hornstein, Otto Borger, Lőrinc Szabó und weiteren erkundet die Theaterwanderung den Wandel Gargellens – vom Maisäß zur Tourismusdestination – und den Ort als historischen Grenzübergang für Waren, Ideen und Menschen. Dabei wird die Landschaft selbst zur Erzählerin: Wetter, Licht, Wind und Topografie werden zu dramatischen Elementen, die das Spannungsfeld zwischen Natur und Zivilisation, Erinnerung und Verdrängung sowie Aufbruch und Stillstand erfahrbar machen.

Montafoner Theaterwanderung 2026 „Grenzerfahrungen am Zauberberg” © teatro caprile, 2025

Montafoner Theaterwanderung 2026 „Grenzerfahrungen am Zauberberg” © teatro caprile, 2025

Besondere Momente der Wanderung sind die literarischen und musikalischen Streiflichter. So begegnet das Publikum dem österreichisch-amerikanischen Komponisten Ernst Krenek, der 1934 im Hotel Madrisa verweilte und dessen Liederzyklus „Reisebuch aus den österreichischen Alpen“ in die Inszenierung integriert wurde. In einem fiktiven Dialog mit der jungen Historikerin Lucie Varga reflektiert Krenek über den Aufstieg der NS-Ideologie im Montafon – eine Begegnung, die historische Dokumente und posthum veröffentlichte Memoiren poetisch verdichtet. Während Krenek und Thomas Mann in die USA emigrierten, starb Varga 1941 im Exil in Südfrankreich, ein Schicksal, das die Wanderung berührend thematisiert.
Die Inszenierung verwebt reale Grenzerfahrungen mit literarischen Anklängen, unter anderem aus Thomas Manns „Der Zauberberg“, und lässt Figuren aus der Geschichte und Fiktion zusammentreffen: Deserteure, jüdische Intellektuelle, Hochstaplerpaare und andere Zeitzeugen beleuchten Flucht, Identität und gesellschaftliche Umbrüche in all ihren Facetten.
Erfahrene Schauspielerinnen und Schauspieler wie Katharina Grabher, Andreas Kosek, Roland Etlinger, Ildikó Eszter Frank und Ruth Grabher führen die Besucherinnen und Besucher gemeinsam mit der Theaterführerin Margit Ganahl durch die immersive, bewegende Erzählwelt von Gargellen. So wird die Montafoner Theaterwanderung zu einem außergewöhnlichen Format, das Geschichte lebendig, emotional und unmittelbar erfahrbar macht.
17./18./19. Juli 2026
21./22./23. August 2026
28./29./30. August 2026
Buchbar ab 1. Dezember 2025
www.montafon.at/montafoner-theaterwanderung

Montafoner Theaterwanderung 2026 „Grenzerfahrungen am Zauberberg” © teatro caprile, 2025

Montafoner Theaterwanderung 2026 „Grenzerfahrungen am Zauberberg” © teatro caprile, 2025