Der Österreichische Grafikwettbewerb steht seit über sieben Jahrzehnten für Offenheit, Experiment und künstlerische Freiheit. Die Ausstellung im Museum im Zeughaus versammelt aktuelle Positionen der zeitgenössischen Grafik und zeigt, wie lebendig und vielstimmig dieses traditionsreiche Format bis heute ist.
1952, vor 73 Jahren, initiierte der Tiroler Künstler Paul Flora den Österreichischen Grafikwettbewerb als offenen Wettbewerb ohne Themenvorgaben. Bedingungen wurden nur an Trägermaterial, Format und Entstehungszeit gestellt: Einzig auf Papier angefertigt, maximal 1,5 mal 1,5 Meter groß und nicht älter als drei Jahre alt dürfen die Arbeiten sein. Dieses Prinzip gilt bis heute, und so rief der Wettbewerb auch 2025 in seiner 39. Ausgabe dazu auf, sich kreativ hinzugeben und zu experimentieren.
Zwölf der rund 400 Einreichungen wurden mit einem Preis ausgezeichnet, weitere vier angekauft: Marianne Lang, Iris Dittler, Peter Fritzenwallner, Christoph Luger, Thomas Hörl, Nikolaus Gansterer, Ramona Schnekenburger, Annika Eschmann, Barbara Holub, Nico Schleicher, Christian Azzouni, Emma Peinhopf sowie Linda Artemis Bergstötter, Katharina Biser, Edith Hofer und Julia Zastava treten damit in die Fußstapfen namhafter Preisträger vergangener Durchgänge wie Maria Lassnig, Gerhild Diesner, Arnulf Rainer, Martha Jungwirth oder Wolfgang Hollegha. Die Ausstellung zum Wettbewerb – die in diesem Jahr im Museum im Zeughaus gezeigt wird – erhellt das zeitgenössische österreichische Kunstgeschehen. Gleichsam entstehen damit existentielle Lichtungen im globalen Chaos einer von anthropozänen Verheerungen gezeichneten Gegenwart.
5. Dezember 2025 bis 22. März 2026






