Mit Alexander Zemlinskys „Eine florentinische Tragödie“ und Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ bringt die Wiener Staatsoper zwei selten gespielte Opernwerke zusammen, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Abgründen menschlicher Beziehungen auseinandersetzen.
Die Neuproduktion verbindet zwei Opern des frühen 20. Jahrhunderts, die trotz ihrer unterschiedlichen musikalischen Handschriften eine gemeinsame thematische Linie verfolgen: das schrittweise Erkennen des vermeintlich vertrauten Gegenübers. In Zemlinskys „Eine florentinische Tragödie“, basierend auf einem Text von Oscar Wilde, verdichten sich Eifersucht, Macht und Begehren zu einem psychologisch aufgeladenen Kammerspiel zwischen einem Kaufmann, seiner Frau und ihrem Geliebten. Überraschend kippt die Gewalt am Ende in eine neue Form der Nähe und eröffnet eine ambivalente Perspektive auf Liebe und Beziehung.
Dem gegenüber steht Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“, ein symbolistisch geprägtes Werk von großer atmosphärischer Dichte. Judiths Weg durch die sieben geheimnisvollen Türen der Burg wird dabei zu einer Reise in die inneren Abgründe ihres Geliebten – und zugleich zu einer musikalischen Erkundung von Angst, Einsamkeit und seelischer Dunkelheit. Das Orchester übernimmt dabei eine zentrale erzählerische Rolle und formt die emotionalen Räume der Handlung mit eindringlicher Klangkraft.
Musikalisch treffen an diesem Abend zwei sehr unterschiedliche Klangwelten aufeinander: Zemlinskys üppige, spätromantische Orchesterfarben stehen Bartóks konzentrierter, von Impressionismus und osteuropäischer Volksmusik geprägter Tonsprache gegenüber. Gerade dieser Kontrast verleiht der Kombination ihre besondere Spannung.
Mit Alain Altinoglu am Pult sowie Künstlern wie Asmik Grigorian, Christopher Maltman und Florian Boesch versammelt die Produktion zudem eine hochkarätige Besetzung. Nach jahrzehntelanger Abwesenheit kehren beide Werke damit als gemeinsame Neuproduktion zurück auf die Bühne der Wiener Staatsoper und eröffnen einen intensiven Opernabend zwischen psychologischem Drama, Symbolismus und musikalischer Ausdruckskraft
Premiere 3. Oktober
weitere Aufführungen: 6., 8., 10. und 12. Oktober 2026






