Wenn sich Graz im Sommer 2026 erneut in ein klingendes Fest der Musik verwandelt, dann trägt dieses Fest einen schillernden Titel: Licht Spiele. Für ihre 42. Ausgabe widmen die Steirischen Festspiele STYRIARTE das Programm ganz dem elementaren Lebensstoff „Licht“ – als Hoffnungsträger, ästhetischer Impuls, philosophisches Motiv und nicht zuletzt als Quelle gemeinsamer Lebensfreude. In herausfordernden Zeiten setzt das Festival bewusst auf eine heitere Grundstimmung, die den Alltag für einen Monat in ein helleres Farbspektrum taucht.
Intendant Mathis Huber eröffnet die Styriarte am 26. Juni im prächtig illuminierten Palais Attems – ein Auftakt, der als „Einleuchten“ programmatisch verstanden werden darf. In musikalischen Miniaturen spannt sich dort der Bogen zum gesamten Festival, das mit 65 Vorstellungen aus 32 Projekten so vielseitig angelegt ist wie nie zuvor. Und wieder spielt der heimliche Hauptdarsteller eine zentrale Rolle: die Stadt Graz selbst, deren Architektur und Atmosphäre in zahlreichen Konzertformaten neu erblüht.
Zu den Schlüsselwerken des Programms gehören Mozarts Zauberflöte, Haydns Schöpfung und Mahlers Zweite. Drei Kompositionen, die den Sieg des Lichts über die Dunkelheit in ganz unterschiedlichen Klangsprachen erzählen. Während Mozarts Oper am 28. Juni als Picknickkonzert in einer Harmoniemusik-Fassung erklingt, führt Patrick Hahn am 7. und 8. Juli die Schöpfung in der Helmut List Halle auf. Das legendäre Mozart-Requiem erstrahlt am 11. und 12. Juli im Stainzer Kirchenkonzert. Als Zentrum des Festivals aber gilt Mahlers monumentale „Auferstehungssymphonie“, die Mei-Ann Chen am 16. und 17. Juli gemeinsam mit dem Styriarte Youth Orchestra und mehreren Grazer Chören interpretiert.

Picknickkonzert mit Zefiro auf der Picknickwiese in Eggenberg © Tom Lamm
„Durch Dunkel zum Licht“ – Beethovens Leitidee zieht sich als zweiter großer Gedankenstrang durch das Festival. Sie prägt Bernd Glemsers Klavierabend mit Liszts Bearbeitung der Fünften sowie der Mondscheinsonate ebenso wie die erlesenen Chorprogramme. Der Arnold Schoenberg Chor widmet sich am 27. Juni unter anderem Ligetis schwebendem Lux aeterna, Voces8 beleuchten am 29. Juni vier Jahrhunderte vokaler Sternstunden. Weitere Programmakzente greifen historische und persönliche Lichtmetaphern auf: vom jüdischen „Licht der Freiheit“ im Styrian Klezmore Orchestra über Robert Stolz’ Exillieder bis zu Kristina Millers Hommage an Oscar Peterson.
Die Styriarte spielt zudem mit den Lichtstimmungen eines ganzen Tages – vom musikalischen Sonnenaufgang am Schöckl (26. Juli) bis zur romantischen Nacht mit Brigitte Minichmayr (10. Juli). Vivaldi, Piazzolla, Haydn und Mendelssohn leuchten in eigenen Konzertformaten auf; Tänze, Lyrik und kammermusikalische Leuchtpunkte vervollständigen das Panorama.

Rebbetzin Lea Kalisch Foto: David Zimand
Mit „Sonnengott – Sonnenkönig“ widmet sich das Festival auch mythisch-historischen Dimensionen des Lichts: vom aztekischen Huitzilopochtli im Musiktheater Xochiyaoyotl (2./3. Juli) bis zu den glanzvollen Hommagen an Ludwig XIV. durch François Lazarevitch (13. Juli) und Jordi Savall, der am 26. Juli mit Charpentiers Te Deum den strahlenden Abschluss gestaltet.
Auch das junge Publikum erhält glänzende Bühnenmomente: Mozarts Pa-Pa-Papageno in kindgerechter Fassung (1.–3. Juli) sowie das Bilderbuch-Theater Vom kleinen Maulwurf (11./12. Juli). Hollywood-Soundtracks, Stummfilm-Musik, Orgelreisen, Beatles-Tribute, barocke Wandelkonzerte und literarische Lichtspiele erweitern das Spektrum – ein Festival, das seinem Motto in jeder Nuance gerecht wird.
26. Juni bis 26. Juli 2026
www.styriarte.com

Ursina Braun, Foto: Marco Borggreve






