Die Städtische Galerie Karlsruhe gehört zu den lebendigsten Kunstinstitutionen im Südwesten – ein Haus, das Geschichte bewahrt und zugleich Gegenwart verhandelt. Untergebracht in einem der größten Industriedenkmäler Deutschlands, entfaltet das Museum seine Ausstellungen auf großzügigen Flächen, die die besondere Architektur der ehemaligen Munitionsfabrik eindrucksvoll zur Geltung bringen. Hier begegnen sich moderne und zeitgenössische Kunst in einem offenen Dialog, der sowohl lokal verankert als auch international ausgerichtet ist.

2025 erhält die Städtische Galerie eine besondere Würdigung: den Lotto-Museumspreis Baden-Württemberg, dotiert mit 30.000 Euro.
Der Preis, der seit einem Jahrzehnt die Qualität und Innovationskraft nichtstaatlicher Museen auszeichnet, bestätigt die kontinuierliche kuratorische Arbeit des Hauses. Die Jury lobte insbesondere die klare Programmatik, die Verbindung von Sammlung und Vermittlung sowie die Vielfalt der Formate, die unterschiedlichste Besuchergruppen ansprechen. Direktorin Stefanie Patruno sieht die Auszeichnung als Bestätigung und als Verpflichtung zugleich: „Kunst bleibt nur dann relevant, wenn sie als offener Raum gedacht wird – zugänglich, vielfältig und gesellschaftlich verbunden.“

Elsa & Johanna, Vertigo, aus der Serie The Timeless Story of Moormerland, 2021, Courtesy Galerie La Forest Divonne

Elsa & Johanna, Vertigo, aus der Serie The Timeless Story of Moormerland, 2021, Courtesy Galerie La Forest Divonne

Update! Die Sammlung neu sichten – Szenenwechsel 3
Die Neupräsentation der Sammlung zählt zu den großen Projekten der letzten Jahre und gilt als Kern der Auszeichnung durch den Museumspreis. Unter dem Titel „Update! Die Sammlung neu sichten“ öffnet die Städtische Galerie neue Sichtachsen auf rund 200 Werke aus 120 Jahren Kunstgeschichte. Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Video treten erstmals in thematischen Räumen in einen medienübergreifenden Austausch.
Zentrale Gegenwartsfragen strukturieren den Rundgang: Identität und Diversität, ökologische Verantwortung, gesellschaftlicher Zusammenhalt oder Erfahrungen von Heimat und Fremde. Diese Themen verleihen den historischen Beständen neue Aktualität. Ergänzt wird die Präsentation durch eigens konzipierte Künstlerinnen- und Künstlerräume, ein Schaudepot und ein Forschungsarchiv – ein transparenter Blick hinter die institutionellen Strukturen.
Seit 24. Mai 2025

Özlem Günyol & Mustafa Kunt – RATATATAA
Mit RATATATAA zeigt die Städtische Galerie die erste große institutionelle Einzelausstellung des international arbeitenden Künstlerduos Günyol & Kunt in Deutschland. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen poetischer Reduktion und politischer Schärfe.In der aufgeladenen Architektur der ehemaligen Munitionsfabrik entfalten sie präzise Fragen nach Macht, Zugehörigkeit und öffentlichem Raum. Sprache wird zu Form, Symbole zu Klang, Monumente zu Bewegungen: ein fein austariertes Spiel von Bedeutung und Leerstelle. Der titelgebende Laut RATATATAA verweist zugleich auf Gewalt, Rhythmus und Ambivalenz – und damit auf die Fragilität gesellschaftlicher Ordnungen.
27. September 2025 bis 12. April 2026

Özlem Günyol & Mustafa Kunt, Self Defence, 2015. Foto: Işık Kaya

Özlem Günyol & Mustafa Kunt, Self Defence, 2015. Foto: Işık Kaya

Marleine Chedraoui – Hanna-Nagel-Preis 2025
Mit der Auszeichnung des Hanna-Nagel-Preises erhält die Künstlerin Marleine Chedraoui erstmals eine große Ausstellung in Karlsruhe. Ihre Arbeiten – installativ, skulptural, filmisch und performativ – hinterfragen Normen und Strukturen des Ausstellens selbst. Durch Wiederholungen, Umcodierungen und subtile Verschiebungen legt sie institutionelle Mechanismen frei, die bestimmen, was sichtbar wird und was unsichtbar bleibt. Ihre Präsentation fügt sich so ideal in die Vermittlungs- und Forschungsschwerpunkte des Hauses ein.
28. November 2025 bis 22. Februar 2026

Mit ihrem klug verzahnten Programm beweist die Städtische Galerie Karlsruhe, warum sie zu den profilprägendsten Kunstorten der Region zählt. Das Museum bleibt ein Raum, der Kunstgeschichte neu erzählt, gesellschaftliche Debatten öffnet – und mit dem Lotto-Museumspreis 2025 eine Auszeichnung erhält, die seine Zukunft kraftvoll stärkt.

https://staedtische-galerie.de/