Wenn die Haydnregion Niederösterreich 2026 in ihre neunte Saison startet, zieht sich ein roter Faden durch die knapp 30 Konzerte: jene künstlerische Weltoffenheit, die Joseph und Michael Haydn aus ihrer Geburtsregion hinaus in die musikalischen Zentren Europas getragen haben. „Auch 2026 widmen wir uns in der Haydnregion Niederösterreich besonderen Aspekten der Wiener Klassik“, betont der künstlerische Leiter Dr. Michael Linsbauer. „Ihr Reichtum zeigt sich bereits im Saisonauftakt, bei dem die Beziehungen zwischen Mozart sowie Joseph und Michael Haydn musikalisch und diskursiv im Mittelpunkt stehen.“

Diese programmatische Haltung prägt das gesamte Jahresprogramm vom 15. März bis 13. Dezember 2026, das unter dem Motto „Grenzenlos klassisch“ erneut beweist, wie vielschichtig und lebendig die Wiener Klassik auch im 21. Jahrhundert klingt. Die Bandbreite reicht von kammermusikalischen Kostbarkeiten über monumentale geistliche Werke bis hin zu innovativen Konzertformaten in historischen oder ungewöhnlichen Räumen – ein Markenzeichen der Reihe, die längst internationale Strahlkraft besitzt.
Dr. Linsbauer formuliert es so: „Bis Dezember darf sich das Publikum auf kammermusikalische Juwelen, symphonische Schlüsselwerke, Solokonzerte und geistliche Monumentalwerke freuen. Die beiden ‚Te Deum‘-Vertonungen von Joseph Haydn stellen wir Mozarts ‚Requiem‘ und Händels ‚Alexanderfest‘ gegenüber – um die großen Linien der Musikgeschichte hörbar zu machen.“

Dr. Michael Linsbauer, künstlerischer Leiter der Klassik-Konzertreihe „Haydnregion Niederösterreich“ © Haydnregion Niederösterreich

Dr. Michael Linsbauer, künstlerischer Leiter der Klassik-Konzertreihe „Haydnregion Niederösterreich“ © Haydnregion Niederösterreich

Zu den mit Spannung erwarteten Höhepunkten zählen das literarisch-musikalische Kriminalspiel in Carnuntum, das Festkonzert „The Power of Music“ im Schloss Petronell-Carnuntum oder das Orchestererlebnis „Feuer & Fantasie“ mit der Haydn Philharmonie in Margarethen am Moos. Hinzu kommen zahlreiche prominente Gäste: internationale Vokalistinnen wie Ildikó Raimondi, Ilker Arcayürek oder Mira Alkhovik, Instrumentalistinnen wie Harriet Krijgh, Rémy Ballot oder Andrea Götsch sowie hochkarätige Ensembles von Barucco bis zur Beethoven Philharmonie.
Gleichzeitig bleibt der Blick auf die Zukunft der Klassik wichtig. „Die musikalische Nachwuchsförderung ist ein zentrales Anliegen,“ so Linsbauer. „Kinderkonzerte, Schul-Workshops und der Internationale Haydn-Gesangswettbewerb schaffen Räume, in denen Neugier und Talent wachsen können.“ Besonders Letzterer, der im Mai in Schloss Rohrau ausgetragen wird, gilt als Sprungbrett für junge Sängerinnen und Sänger aus aller Welt.

Christian Altenburger © Nancy Horowitz

Christian Altenburger © Nancy Horowitz

Auch die außergewöhnlichen Spielorte prägen den besonderen Charakter der Reihe: Schlösser, Sakralräume, die antike Römertherme Carnuntum oder ein Heuriger in Göttlesbrunn – Orte, die Geschichte atmen und musikalische Erlebnisse um weitere Ebenen bereichern. „Jeder dieser Räume inspiriert die Konzerte auf seine eigene Weise“, erklärt Linsbauer. „Es ist uns wichtig, Musik dort hörbar zu machen, wo sie geerdet ist: mitten in der Region, die Joseph und Michael Haydn geprägt hat.“

Kirche Bruck an der Leitha © Niklas Schnaubelt

Kirche Bruck an der Leitha © Niklas Schnaubelt

Ergänzt wird das Programm durch Workshops, Kinderkonzerte und die „Rohrauer Gespräche“, in denen Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Literatur aktuelle Themen ergründen.
Die Haydnregion Niederösterreich bleibt damit, was sie seit ihrer Gründung ist: ein Ort des Dialogs zwischen Geschichte und Gegenwart, zwischen internationalem Anspruch und regionaler Tiefe. Ein Ort, an dem Musik nicht museal wirkt, sondern lebendig, dringlich und immer wieder neu. 2026 feiert diese Region die Grenzenlosigkeit jener Klassik, die hier ihren Ursprung nahm – und die bis heute Menschen verbindet.
15. März bis 13. Dezember 2026
www.haydnregion-noe.at

Mitra Kotte © Andrej Grlic

Mitra Kotte © Andrej Grlic