Die ehemalige Synagoge Kobersdorf öffnet im April 2026 erneut ihre Türen und lädt zu einer Saison voller Geschichte, Kunst und lebendiger Erinnerungen ein. Als Kultur-, Bildungs- und Erinnerungsort bietet sie ein Programm, das weit über reine Wissensvermittlung hinausgeht: Konzerte, Lesungen, Vorträge, Filmabende, Ausstellungen und Workshops schaffen Begegnungen, die Geschichte spürbar und erlebbar machen.

„Die Synagoge Kobersdorf zeigt, wie Erinnerung lebendig bleibt. Sie verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart und öffnet Räume für Dialog, Reflexion und Zusammenhalt“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Claudia Priber, Geschäftsführerin der Kultur-Betriebe Burgenland, ergänzt: „Unser Ziel ist es, Menschen zu inspirieren, Perspektiven zu erweitern und Erinnerung erlebbar zu machen – besonders für junge Besucherinnen und Besucher.“ Der Saisonauftakt im April setzt den Ton: Lesungen und Gespräche über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus treffen auf Kammermusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Alexander Zemlinsky. Musikalisch-literarische Programme machen jüdische Lebensgeschichten hörbar und emotional erfahrbar.

Pavel Shalman & Boko Radenkovic © Julia Wesely   

Pavel Shalman & Boko Radenkovic © Julia Wesely

Darüber hinaus erwarten die Gäste thematische Vorträge, historische Rundgänge durch Kobersdorf, Workshops und Bildungsangebote. Höhepunkte sind das wissenschaftliche Symposium „Ungehörte Stimmen. Opfer- und Häftlingsgruppen im Burgenland während der NS-Verfolgung“, ein Klezmer-Konzert und ein Jewish-Jazz-Abend mit Oberkantor Shmuel Barzilai und Pianist Elias Meiri.

In der Scheune © Zeichnen gegen das Vergessen

In der Scheune © Zeichnen gegen das Vergessen

Manfred Bockelmann. „Zeichnen gegen das Vergessen“
Seit über 16 Jahren zeichnet der österreichische Maler Manfred Bockelmann großformatige Schwarz-Weiß-Porträts von Kindern und Jugendlichen, die Opfer des Nationalsozialismus wurden. Mit seinem Projekt „Zeichnen gegen das Vergessen“ schafft er eindringliche künstlerische Erinnerungen, die Geschichte unmittelbar erfahrbar machen. International ausgestellt, zählt das Projekt zu den bedeutendsten Arbeiten eines lebenden österreichischen Künstlers.
Manfred Bockelmann, geboren 1943 in Klagenfurt, ist ein österreichischer Maler und Fotograf. Nach seiner Ausbildung in Fresko, Grafik und Fotografie in Graz entwickelte er ein vielschichtiges künstlerisches Werk, das sich durch eine reduzierte, eindringliche Bildsprache auszeichnet. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Zeichnung und Fotografie und beschäftigen sich mit Erinnerung, Vergänglichkeit und der stillen Kraft des Sichtbaren. Bockelmann hat seine Arbeiten in weit über 100 Ausstellungen in Galerien und auf Kunstmessen im In- und Ausland gezeigt.
Die Ausstellung kann an den Aufführungstagen der Schloss-Spiele Kobersdorf (30. Juni bis 26. Juli 2026) jeweils von 18.30 – 20.30 Uhr besichtigt werden.

DUNKLES ERINNERN
Der Bild- und Textband „Dunkles Erinnern“ von Heiner Hammerschlag dokumentiert die Entstehung des Projekts, seine weltweiten Stationen und Begegnungen mit Überlebenden der Shoah. Zahlreiche Abbildungen, Beiträge von Fachautoren, zwei Kurzfilme via QR-Code sowie eine herausnehmbare Zeitleiste, in der die Täter auf vielfältige Art unverhohlen zu Wort kommen, machen die Arbeit zu einem lebendigen Erinnerungsraum – ein kraftvolles Zeugnis gegen das Vergessen.

www.synagoge-kobersdorf.at

© Zeichen gegen das Vergessen

© Zeichen gegen das Vergessen