Seit 2001 begeistert der Kultur Sommer Güssing Kunst- und Kulturliebhaberinnen und Kunstliebhaber aus dem ganzen Burgenland und darüber hinaus. Initiator und Intendant Frank Hoffmann schuf ein Festival, das die Region zum Treffpunkt für Kabarett, Musik und außergewöhnliche Inszenierungen machte. Auch nach seinem Tod lebt die Vision weiter: Unter der künstlerischen Leitung von Andreas Vitásek, Kabarettist, Schauspieler und Regisseur, setzt der Güssinger Kultur Sommer 2026 neue Impulse. Vitásek, selbst „zuagroaster“ Wahlsüdburgenländer, versteht es, hochkarätige Künstlerinnen und Künstler auf die malerischen Bühnen vor der Burg Güssing und im Freilichtmuseum Gerersdorf zu bringen. Dabei entsteht eine Mischung aus musikalischem Genuss, satirischem Witz und kurzweiliger Unterhaltung, die jährlich tausende Besucherinnen und Besucher in ihren Bann zieht.
Das Festival verbindet Tradition und Moderne: Unter der Intendanz von Frank Hoffmann traten bereits Größen wie Joe Zawinul, Toni Stricker, Georg Danzer, The Rounder Girls oder Mnozil Brass auf. Nun zeigt Vitásek, dass der Güssinger Kultur Sommer auch in Zukunft ein Ort für Vielfalt, Qualität und Überraschungen bleibt.

Andreas Vitásek © Gianmaria Gava
Eröffnungsgala „Echte Menschen“
Mit der großen Eröffnungsgala beginnt der Güssinger Kultur Sommer 2026 mit einem Fest der Künste. Unter dem Titel Echte Menschen versammelt der Abend Musik, Kabarett und Performance zu einem kulturellen Feuerwerk. Die Gala versteht sich als Hommage an das Publikum selbst – an Menschen mit ihren Stärken, Schwächen, Hoffnungen und Lebensgeschichten. Unterschiedliche Künstler:innen präsentieren Auszüge aus ihrem Repertoire, während Musik und humoristische Einlagen für einen abwechslungsreichen Abend sorgen. Besonders die Mischung aus festlichem Rahmen und lockerer Sommeratmosphäre macht diesen Auftakt zu einem der Höhepunkte des Festivals.
12. Juli 2026
ORF III Tafelrunde
Die ORF III Tafelrunde steht auch 2026 für satirische Analyse auf höchstem Niveau. Unter der Moderation von Gerald Fleischhacker diskutieren und improvisieren Eva Maria Marold, Herbert Steinböck, Gudrun Nikodem-Eichenhardt und Gastgeber Vitásek über Weltgeschehen, Politik und gesellschaftliche Eigenheiten. Dabei geht es weniger um klassische Kabarettnummern als um spontane Gespräche, pointierte Kommentare und intelligente Unterhaltung. Die Tafelrunde verbindet Humor mit Gesellschaftskritik und schafft einen Raum, in dem Lachen und Nachdenken unmittelbar nebeneinanderstehen.
13. Juli 2026
Dirk Stermann: 20 Spritzer bis Amstetten
Mit seinem Programm 20 Spritzer bis Amstetten erzählt Dirk Stermann von Reisen, Identität und dem alltäglichen Wahnsinn zwischen Österreich und seinem persönlichen Lebensumfeld. Ausgangspunkt ist eine ironische Selbstinszenierung: Stermann, der sich nach seinem ersten Bühnenprogramm bereits in der Tradition großer musikalischer Entertainer sieht, wird von seiner Agentur mit einer anderen Realität konfrontiert – sein Gesangstalent wird eher humorvoll als heroisch eingeordnet. Das Programm verbindet Storytelling, musikalische Einlagen und scharfsinnige Beobachtungen des österreichischen Alltags. Besonders die Zugfahrt durch Österreich wird zur Metapher für gesellschaftliche und persönliche Landschaften.
16. Juli 2026
Malarina: Trophäenraub
In Trophäenraub nimmt Malarina gesellschaftliche Rollenbilder, Kapitalismus und moderne Beziehungskonstruktionen satirisch auseinander. Die Künstlerin inszeniert sich als selbstbewusste Beobachterin gesellschaftlicher Machtstrukturen. Der Abend erzählt von Ruhm, Geldforderungen von Behörden und der Suche nach Selbstbestimmung in einer modernen Gesellschaft. Mit provokantem Humor und feministischer Perspektive spielt Malarina mit Klischees und nutzt sie gleichzeitig als satirisches Werkzeug.
18. Juli 2026
Finale des Burgenländischen Kabarettpreises 2026
Spannung garantiert! Das Geheimnis um die Gewinnerin oder den Gewinner wird in einem mitreißenden Finale gelüftet. Beim Finale des Burgenländischen Kabarettpreises wird die nächste Generation des österreichischen Kabaretts präsentiert. Nachwuchstalente treten gegeneinander an, während Jury und Publikum gemeinsam entscheiden, wer den begehrten Preis erhält. Der Abend steht für Innovation, Talentförderung und die Zukunft der österreichischen Kabarettszene. Ein Highlight des Festivals für alle Kabarettfans.
20. Juli 2026
Christina Kiesler:Nachspielzeit
Christian Dolezal: Tante Pepi
In Nachspielzeit verwandelt Christina Kiesler das Leben in ein kabarettistisches Fußballspiel. Das Publikum wird Teil einer humorvollen Match-Analogie zwischen Alltag, Beziehungen und gesellschaftlichen Erwartungen. Mit schnellem Wortspiel und musikalischen Elementen verbindet das Programm Comedy mit gesellschaftlicher Beobachtung.
Christian Dolezal erzählt in Tante Pepi persönliche Geschichten aus seinem Leben. Der Abend basiert auf realen Erlebnissen, die mit viel Humor und Selbstironie präsentiert werden. Besonders die Figur der Tante Pepi steht symbolisch für Tradition, Familie und die manchmal skurrilen Ratschläge des Lebens.
22. Juli 2026

Isabell Pannagl © Andrea Peller
Isabell Pannagl: Neues aus dem Dachgeschoss
Gerald Fleischhacker: Alter Nicer Mann
Isabell Pannagl lädt das Publikum in ihr imaginäres Dachgeschoss ein – einen Ort der Gedanken, Fragen und inneren Dialoge. Themen wie Schönheitsideale, Familienrollen und gesellschaftliche Erwartungen werden humorvoll reflektiert. Der Abend verbindet Selbstironie mit Alltagsphilosophie.
Mit viel Pointenreichtum reflektiert Gerald Fleischhacker das Älterwerden aus männlicher Perspektive. Zwischen Generationenkonflikten, Digitalisierung und Beziehungsthemen entsteht ein Abend voller Humor und Lebensbeobachtung.
23. Juli 2026
Eichberger & Niemand: Gemeindebau
Sebastian Humi: Arabisch-Katholisch-Schwul
Willkommen im Gemeindebau – dort, wo das echte Leben in all seinen Facetten sichtbar wird. Wo Grant und Glanz Tür an Tür wohnen, wo Nachbarschaftsstreit und Solidarität oft nur durch ein paar dünne Wände voneinander getrennt sind und wo jeder zweite Bewohner Stoff für eine eigene Geschichte liefern könnte. Genau hier setzen Eichberger & Niemand an und verwandelt den Mikrokosmos Gemeindebau in eine Bühne für urbane Alltagskultur, soziale Beobachtungen und menschliche Absurditäten.
Hinter Eichberger & Niemand steht die vielseitige Künstlerin Barbara Eichberger. Ihre besondere Stärke liegt in der Verwandlungskunst: Mit minimalen Mitteln, präziser Mimik und starkem Timing erschafft sie ein ganzes Figurenuniversum. Von der selbsternannten Influencerin Vanessa-Michelle über den grantigen Hausmeister bis hin zu Riccardo Gonzalez, dem AMS-Bezieher mit großen Lebensplänen, oder dem gutbürgerlichen Wirtschaftsstudenten Laurenz – jede Figur wirkt überzeichnet und bleibt doch überraschend nah am echten Leben. Gerade diese Mischung aus Überhöhung und Wiedererkennung macht den besonderen Reiz des Programms aus.
Mit seinem Soloprogramm erzählt Sebastian Humi eine sehr persönliche, zugleich universelle Geschichte über Identität und Zugehörigkeit. Als arabischstämmiger, katholisch geprägter und homosexueller Mann bewegt er sich zwischen kulturellen Welten und gesellschaftlichen Erwartungen. Statt diese Spannungen dramatisch zu inszenieren, verwandelt Humi sie in humorvolle, selbstironische Geschichten. Sein Programm ist eine Reise durch Familiengeschichten, religiöse Prägungen und gesellschaftliche Integrationsfragen in Österreich. Mit scharfem Witz und liebevoller Beobachtung zeichnet er ein Bild kultureller Unterschiede, ohne je wertend zu werden. Vielmehr zeigt er die Komik und Tragik alltäglicher Situationen – von familiären Traditionen bis zu gesellschaftlichen Klischees.
27. Juli 2026

Sebastian Humi © Sebastian Humi
Christof Spörk – Maximo Lieder
Mit Maximo Lieder kehrt Christof Spörk zu seinen musikalisch-satirischen Wurzeln zurück. Der promovierte Politikwissenschaftler verbindet in seinen Liedern Gesellschaftskritik mit musikalischer Leichtigkeit. Seine Songs handeln von Alltagsphänomenen – von Gewerbeparks, Lärmschutzwänden oder technischen Veränderungen – und verwandeln scheinbar banale Themen in satirische Gesellschaftsanalysen.
Spörk beobachtet die Welt mit spitzer Ironie. Seine Texte stellen Fragen nach politischer Macht, gesellschaftlichen Entwicklungen und menschlichen Widersprüchen. Humor wird dabei zum Werkzeug, um politische und soziale Realitäten zu reflektieren, ohne belehrend zu wirken. Das Programm bewegt sich zwischen musikalischer Nostalgie, politischer Satire und philosophischem Kabarett.
28. Juli 2026
Benedikt Mitmannsgruber – 1996 (Burgenlandpremiere)
In seinem Programm 1996 erzählt Benedikt Mitmannsgruber eine autobiografische Geschichte über Herkunft und Identität. Aufgewachsen in der österreichischen Provinz nahe der tschechischen Grenze, verarbeitet er Familiengeschichte und gesellschaftliche Veränderungen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.
Das Programm ist zugleich Liebeserklärung an das Aufwachsen im ländlichen Raum und ein humorvoller Blick auf die sogenannten „vergessenen Orte“. Mitmannsgruber verbindet persönliche Erinnerungen mit gesellschaftlichen Beobachtungen und zeichnet ein Bild einer Generation, die zwischen Tradition und globalisierter Gegenwart steht.
29. Juli 2026

Kernölamazonen © Monika Fellner
Kernölamazonen – 20 Jahre Liebe & Kernöl
Seit zwei Jahrzehnten stehen die Kernölamazonen für freches, musikalisches Kabarett mit feministischem Blick. In ihrem Jubiläumsprogramm feiern sie ihre eigene Geschichte – und gleichzeitig die Veränderungen der Gesellschaft. Die beiden Künstlerinnen reisen musikalisch durch ihre Programmhistorie, stellen aber auch die Frage, was sich in der Welt der Beziehungen, Rollenbilder und Lebensentwürfe verändert hat. Humorvoll, bissig und charmant reflektieren sie die Suche nach Liebe, Identität und Gleichberechtigung. Ihr Programm ist musikalisches Kabarett mit Herz, Witz und viel Selbstironie.
30. Juli 2026
Josef Hader & Alfred Dorfer mit Special Guest: Andreas Vitásek
Lesung Indien
Mit der Lesung von Indien kehrt ein Klassiker des österreichischen Kabaretts auf die Bühne zurück. Josef Hader und Alfred Dorfer verkörpern ihre legendären Figuren Heinz Bösel und Kurt Fellner.
Das Stück ist ein tragikomisches Meisterwerk über Freundschaft, Gesellschaft und menschliche Schwächen. Zwischen philosophischen Gesprächen, Alltagssituationen und österreichischem Humor entsteht ein feinsinniges Porträt zweier sehr unterschiedlicher Charaktere. Der besondere Reiz liegt in der Mischung aus Komik und Melancholie.
31. Juli 2026
Andreas Vitásek – Wie es mir gefällt (Jubiläumsprogramm)
Mit seinem Jubiläumsprogramm feiert Intendant Vitásek selbst die Bühne. Nach 70 Lebensjahren und 45 Bühnenjahren verbindet er in diesem Programm alte und neue Texte, Improvisationen und kurze Theaterszenen. Jeder Abend soll anders sein – ein Spiel mit Erinnerungen, Gegenwart und spontaner Bühnenkunst.
Vitásek bleibt dabei seiner typischen Mischung aus Satire, Schauspiel und philosophischem Humor treu. Sein Programm ist persönlicher Rückblick und gleichzeitig Kommentar zur Gegenwart.
1. August 2026

Michael Schottenberg © Foto: C.Stadler/Bwag
Michael Schottenberg – Reisen ist Leben
Der Reiseschriftsteller und Theatermacher Michael Schottenberg nimmt das Publikum mit auf eine weltweite Reise. Von Marokko über Italien bis nach Südostasien entsteht ein literarisch-philosophisches Mosaik aus Begegnungen, Kulturen und Landschaften.
Schottenberg erzählt vom Reisen als Form der Selbsterkenntnis. Orte werden zu Geschichten, Menschen zu Erinnerungen und Landschaften zu Emotionen.
5. September 2026, Freilichtmuseum Gerersdorf
Martina Parker – Comedy & Crime
Martina Parker verbindet Literatur, Kriminalgeschichte und Kabarett. Neben Lesepassagen aus ihren Werken präsentiert sie humorvolle Anekdoten, Quizspiele und Improvisation mit dem Publikum.
Der Abend zeigt, wie Spannung und Humor sich gegenseitig verstärken können – Unterhaltung mit kriminalistischer Note.
12. September 2026, Freilichtmuseum Gerersdorf
Tarek Leitner – Augenblicke der Republik
Mit seinem Buchprojekt reflektiert Tarek Leitner die Geschichte Österreichs anhand ungewöhnlicher Fotografien. Statt großer historischer Ereignisse stehen oft stille Momente im Fokus – Alltagsbilder, die persönliche Geschichten hinter politischen Entwicklungen sichtbar machen.
Leitners Erzählweise verbindet persönliche Erinnerungen mit Zeitgeschichte. So entsteht ein vielschichtiges Porträt der Zweiten Republik – von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart.
19. September 2026






