Am Steinbach am Attersee öffnet sich im Sommer 2026 erneut ein besonderer Resonanzraum für Gustav Mahler: Das 10. Gustav-Mahler-Festival lädt unter dem Motto „Mahlers Universum. Die 3. Symphonie“ zu einer intensiven Auseinandersetzung mit einem der monumentalsten Werke der Musikgeschichte ein. 130 Jahre nach ihrer Entstehung steht Mahlers Dritte Symphonie im Zentrum einer Festivalwoche, die Musik, Landschaft und Reflexion auf besondere Weise miteinander verbindet.
Der feierliche Auftakt findet am historischen Komponierhäuschen statt – jenem Ort, an dem Mahler selbst während seiner Sommeraufenthalte am Attersee seine musikalischen Visionen formte. Kaum ein anderer Schauplatz könnte unmittelbarer an die schöpferische Energie des Komponisten erinnern. Hier, zwischen See und Bergkulisse, wird deutlich, wie eng Mahlers Denken mit der Natur verwoben war, die ihn umgab und inspirierte.
Die Dritte Symphonie gilt als eine Art klingende Weltbeschreibung. Mahler entfaltet darin eine musikalische Reise, die von der unbelebten Natur über tierische und menschliche Existenzformen bis hin zu einer Idee von transzendenter, fast göttlicher Liebe reicht. Es ist ein Werk, das sich weniger als lineare Erzählung denn als umfassende Erfahrung des Seins verstehen lässt – als Versuch, die Welt in Klang zu fassen.

Gustav Mahler © Moritz Nähr
Das Festival nimmt diesen Anspruch ernst und erweitert ihn in unterschiedliche Richtungen. Über eine gesamte Woche hinweg entsteht ein dichtes Programm aus Konzerten, Gesprächen und Naturerlebnissen, das die Musik in neue Kontexte stellt. Eine eigens kuratierte Sonderausstellung unter der Leitung von Intendant Morten Solvik vertieft den Blick auf Mahler und seine Zeit und eröffnet zusätzliche Perspektiven auf das Werk.Gleichzeitig wird die Landschaft rund um den Attersee selbst zum Teil des künstlerischen Konzepts. Wanderungen führen in die Umgebung, Vorträge und Filmvorführungen eröffnen diskursive Räume, und eine nächtliche Bootsfahrt verbindet Klang und Natur in einer besonders eindringlichen Form. So entsteht ein vielschichtiges Festivalerlebnis, das die Grenzen zwischen Konzertsaal und Landschaft bewusst auflöst.
Gerade diese Verbindung von Musik und Umgebung macht den besonderen Charakter des Festivals aus. Mahlers Klangwelt trifft auf eine reale Landschaft, die selbst Teil der Wahrnehmung wird. Natur erscheint nicht nur als Inspiration, sondern als aktiver Resonanzraum, in dem sich musikalische Ideen spiegeln und erweitern.
So wird das 10. Gustav-Mahler-Festival in Steinbach nicht nur zu einer Hommage an einen der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte, sondern auch zu einer Einladung, Musik als umfassende Erfahrung zu begreifen – als Dialog zwischen Werk, Ort und Publikum. In dieser Verbindung entfaltet sich Mahlers Universum als lebendige Gegenwart.
21. bis 28. Juni 2026
www.mahler-steinbach.at






