Zwischen Höllenritt, Liebestragödie und philosophischer Sinnsuche entfaltet Hector Berlioz’ „La Damnation de Faust“ eine der außergewöhnlichsten Partituren des 19. Jahrhunderts. Inspiriert von Goethes „Faust I“ schuf der französische Komponist ein Werk, das Oper, Oratorium und symphonische Dichtung auf einzigartige Weise miteinander verbindet.
Im Zentrum steht Faust, der auf der Suche nach Erkenntnis und Erfüllung einen folgenschweren Bund mit Méphistophélès eingeht. Was als Sehnsucht nach Orientierung und einem tieferen Verständnis der Welt beginnt, entwickelt sich zu einer dramatischen Reise zwischen Verführung, Liebe und Verdammnis. Berlioz erzählt die Geschichte nicht als lineares Drama, sondern als Folge eindrucksvoller musikalischer Visionen, die zwischen himmlischer Schönheit und düsterem Abgrund wechseln.
Mit gewaltigen Chorszenen, farbenreicher Orchesterkunst und eindringlichen Solopartien zählt „La Damnation de Faust“ zu den faszinierendsten Werken der Romantik. Berlioz sprengt dabei bewusst traditionelle Formen und erschafft ein musikalisches Universum voller Kontraste, in dem lyrische Intimität auf monumentale Klanggewalten trifft.
Nach dem großen Erfolg der „Trojaner“ setzt die Oper Graz ihre Auseinandersetzung mit dem visionären Komponisten fort. Regisseur Lorenzo Fioroni interpretiert das Werk als zeitgenössisches Erkenntnisdrama und stellt die Frage nach Orientierung in einer zunehmend komplexen Welt ins Zentrum. Gemeinsam mit Dirigent Johannes Braun und den Grazer Philharmonikern entsteht eine Inszenierung, die den Faust-Mythos neu beleuchtet und seine gesellschaftliche Relevanz für die Gegenwart sichtbar macht.
Die Rauminstallation des vielfach ausgezeichneten Bühnenbildners Sebastian Hannak schafft dafür einen außergewöhnlichen Rahmen. So wird „La Damnation de Faust“ zu einem sinnlichen Theatererlebnis, das große romantische Klangwelten mit aktuellen Fragen nach Verantwortung, Verführung und menschlicher Selbstbestimmung verbindet.
Premiere 26. September
weitere Aufführungen: 30. September, 2., 8. und 14. Oktober, 1., 14. und 22. November, 13. Dezember 2026






