Was passiert, wenn der Wunsch nach Schönheit und ewiger Jugend zur Obsession wird? Mit „Sanatorium zur Gänsehaut“ wirft Ferdinand Schmalz einen ebenso scharfsinnigen wie skurrilen Blick auf einen Zeitgeist, in dem Selbstoptimierung längst zum gesellschaftlichen Dauerprojekt geworden ist.

Im Mittelpunkt steht die Investigativjournalistin Lio Laksch, die sich undercover in ein exklusives Sanatorium einschleust. Inmitten einer idyllischen Landschaft versammelt sich dort eine illustre Gesellschaft aus Prominenten, Unternehmern und Selbstdarstellern, die alle dasselbe Ziel verfolgen: den Alterungsprozess aufzuhalten. Zwischen Verjüngungskuren, fragwürdigen Behandlungsmethoden und dem Versprechen ewiger Schönheit stößt Lio auf eine Welt, in der Realität und Wahn zunehmend ineinander übergehen.

Zu den Gästen zählen ein Opernsänger ohne Stimme, eine Beauty-Influencerin, eine Pharmaunternehmerin und ein Arzt, der sich von einem außergewöhnlichen Tier faszinieren lässt: dem Nacktmull, dessen biologische Besonderheiten als Schlüssel zur Unsterblichkeit erscheinen. Gleichzeitig übt ein geheimnisvoller, tiefschwarzer See eine immer stärkere Anziehungskraft auf die Besucher aus und verleiht dem Geschehen eine unheimliche Dimension.

Mit seinem unverwechselbaren Sprachwitz und seiner poetischen Bildkraft seziert Ferdinand Schmalz gesellschaftliche Schönheitsideale, die Angst vor dem Altern und den Glauben an die grenzenlose Optimierbarkeit des Menschen. Hinter der grotesken Komik verbirgt sich eine präzise Beobachtung einer Gesellschaft, die Jugend zum Ideal und Vergänglichkeit zum Makel erklärt.

Regisseurin Christina Tscharyiski bringt diese bizarre Welt auf die Bühne und macht die Abgründe hinter den makellosen Fassaden sichtbar. So entsteht ein ebenso unterhaltsamer wie nachdenklicher Theaterabend, der aktuelle Fragen nach Körperbild, Selbstinszenierung und dem Umgang mit der eigenen Endlichkeit aufgreift.
Österrreichische Erstaufführung 4. Dezember
weitere Aufführungen: 9. und 31. Dezember 2026, 28. Januar, 12., 13., 16. und 24. Februar, 20. März 2027

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