Mit feiner Sensibilität und poetischer Zurückhaltung eröffnet KOO JEONG A im Kunsthaus Bregenz Erfahrungsräume des Leisen. Ihre Arbeiten laden dazu ein, Wahrnehmung neu zu schärfen und das Unsichtbare über Klang, Duft und Bewegung sinnlich zu erfassen.

KOO JEONG As künstlerische Praxis speist sich aus geduldigem Beobachten und einer besonderen Aufmerksamkeit für beiläufige Phänomene. In ihren Installationen werden Klänge, Gerüche und kaum greifbare Energien zu Trägern einer Erfahrung, in der Erfundenes und Gefundenes unauflöslich ineinandergreifen. Mit wenigen, präzise gesetzten Mitteln entfaltet sich eine stille, eindringliche Wirkung, die nicht auf Erklärung zielt, sondern auf Präsenz.

Das Kunsthaus Bregenz bietet für diese Haltung einen idealen Rahmen. Trotz seiner Größe und Weitläufigkeit lässt die Architektur von Peter Zumthor das scheinbar Marginale zur Geltung kommen. Erinnerung, Eleganz und eine beinahe spirituelle Atmosphäre prägen sowohl den Raum als auch die Arbeiten der Künstlerin. Raum wird hier nicht nur als physische Dimension erfahrbar, sondern als Denkweise: offen, zyklisch und durchlässig.

KOO JEONG A versteht Raum als Zone der Wahrnehmung und Bewegung. Dies zeigte sich eindrucksvoll in früheren Projekten, etwa in einem befahrbaren Skatepark, der körperliche Erfahrung, Architektur und poetische Imagination miteinander verband, oder in Arbeiten, die sich mit der Form des Möbiusbandes als Symbol der Unendlichkeit auseinandersetzen. Auch dort erweiterte sie den Raum über das Sichtbare hinaus, indem sie Duft, Rhythmus und Bewegung als integrale Bestandteile der Wahrnehmung einsetzte.

Ihre Installationen sind keine Bühnen im klassischen Sinn, sondern sensible Felder verborgener Energien. Ob elektromagnetische Felder, olfaktorische Impulse oder kaum wahrnehmbare Klänge – KOO JEONG As Werke entfalten ihre Kraft aus Atmosphäre und Zurückhaltung. In einer Zeit, in der Kunst oft laut und erklärend auftritt, setzen sie ein Zeichen für die Intensität des Stillen und die Schönheit des Unaufdringlichen.
31. Januar bis 25. Mai 2026

www.kunsthaus-bregenz.at