Goethes berühmte Tragödie aus einer neuen Perspektive: Im Mittelpunkt steht nicht Faust, sondern Margarete – jene junge Frau, deren Schicksal seit Jahrhunderten untrennbar mit dem Klassiker verbunden ist. Die Inszenierung des Landestheaters Niederösterreich gibt ihrer Stimme Raum und erzählt die bekannte Geschichte konsequent aus ihrer Sicht.

Während Faust nach Erkenntnis, Abenteuer und Erfüllung strebt, gerät Gretchen zwischen Liebe, gesellschaftliche Erwartungen und moralische Verurteilung. Was oft als Nebenhandlung erscheint, wird hier zum eigentlichen Zentrum des Geschehens. Ihre Erfahrungen, ihre Zweifel und ihre Suche nach Selbstbestimmung rücken in den Fokus und eröffnen einen neuen Blick auf einen der bedeutendsten Texte der deutschen Literatur.

Die von Bert Zander entwickelte Neufassung löst Margarete aus ihrer traditionellen Rolle als tragisches Opfer und zeichnet das Porträt einer Frau, die sich gegen gesellschaftliche Zuschreibungen behauptet. Unterstützt vom Stadtensemble des Landestheaters Niederösterreich entsteht ein vielstimmiger Theaterabend, der historische Stoffe mit aktuellen Fragen verbindet. Themen wie Macht, Geschlechterrollen, sexuelle Gewalt und gesellschaftliche Verantwortung treten dabei eindringlich hervor und verleihen dem Klassiker eine bemerkenswerte Gegenwartsnähe.

So wird „Faust. Gretchen. Margarete.“ zu einer ebenso persönlichen wie politischen Auseinandersetzung mit einer Figur, die weit mehr ist als die berühmte Geliebte Fausts – und deren Geschichte bis heute nachwirkt.
Uraufführung 17. Oktober
weitere Aufführungen: 31. Oktober, 3., 4., 5., 12., 13., 19., 20., 25. und 28. November, 18. Dezember 2026, 16. März 2027

www.landestheater.net