Wie viele Identitäten braucht ein Mensch, um ein glückliches Leben zu führen? In Oscar Wildes berühmter Gesellschaftskomödie „Bunbury“ werden Wahrheit, Moral und gesellschaftliche Konventionen mit feinsinnigem Humor auf die Probe gestellt. In der Bearbeitung von Elfriede Jelinek erhält der Klassiker zusätzliche Schärfe und überraschende Aktualität.

Die beiden Freunde Jack und Algernon haben eine raffinierte Methode entwickelt, den Zwängen des Alltags zu entkommen: Sie erfinden einfach ein zweites Leben. Mit immer neuen Ausreden und erfundenen Identitäten bewegen sie sich durch die feine Gesellschaft und geraten dabei zunehmend in ein Netz aus Missverständnissen, Liebesverwicklungen und charmanten Täuschungen. Als auch die jungen Damen Gwendolen und Cecily ihre ganz eigenen Vorstellungen von Liebe und Lebensführung verfolgen, nimmt das Verwirrspiel immer absurdere Züge an.

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Oscar Wilde verbindet in seinem Meisterwerk brillante Dialoge mit einer bissigen Satire auf die Moralvorstellungen seiner Zeit. Hinter der eleganten Oberfläche offenbart sich eine Welt, in der Schein oft wichtiger ist als Wirklichkeit und gesellschaftliche Regeln ebenso streng wie widersprüchlich erscheinen.

Die Bearbeitung von Elfriede Jelinek erweitert diesen Blick um eine zeitgenössische Perspektive. Sprachwitz trifft auf Sprachkritik, Leichtigkeit auf gesellschaftliche Analyse. So entsteht ein Stück, das die Mechanismen von Identität, Selbstinszenierung und gesellschaftlichen Erwartungen mit feiner Ironie offenlegt.

„Ernst ist das Leben (Bunbury)“ ist eine ebenso unterhaltsame wie kluge Komödie über die Lust am Rollenspiel und die Frage, wie viel Wahrheit Menschen überhaupt ertragen wollen. Zwischen funkelnden Dialogen und hintergründigem Humor zeigt sich, dass die Grenzen zwischen Realität und Inszenierung oft fließender sind, als man glaubt.
Premiere 10. Dezember
weitere Aufführungen: 11., 12., 16., 17., 18., 20., 22., 23., 29., 30. und 31. Dezember 2026, 2., 5., 8., 9., 10., 13., 14., 16., 21. und 24. Januar 2027

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