Macht, Intrigen und persönliche Interessen bestimmen das Geschehen in Georg Friedrich Händels „Agrippina“. Mit feinem Humor und überraschender psychologischer Tiefe erzählt die Oper von politischen Ränkespielen am Hof des römischen Kaisers Claudius – und zeigt dabei, dass menschliche Schwächen zeitlos sind.
Im Mittelpunkt steht Agrippina, eine der schillerndsten Frauenfiguren der Operngeschichte. Mit allen Mitteln versucht sie, ihren Sohn Nero auf den Kaiserthron zu bringen. Doch ihre Pläne geraten ins Wanken, als Claudius den erfolgreichen Feldherrn Otho als Nachfolger bevorzugt. Gleichzeitig sorgen Liebesverwicklungen für zusätzliche Komplikationen: Otho liebt Poppea, die wiederum von mehreren Männern umworben wird, darunter Nero und Claudius selbst. Zwischen politischen Ambitionen und persönlichen Leidenschaften entwickelt sich ein raffiniert gesponnenes Netz aus Täuschungen, Manipulationen und überraschenden Wendungen.
Händel verbindet in seinem frühen Meisterwerk barocke Pracht mit einer außergewöhnlich differenzierten Figurenzeichnung. Hinter den humorvollen Intrigen und den oft satirischen Szenen offenbaren sich Menschen mit Hoffnungen, Ängsten und Sehnsüchten. Jede Arie eröffnet dabei neue Einblicke in die Gefühlswelt der Figuren und macht die Oper weit mehr als nur zu einer historischen Machtgeschichte.
Mit „Agrippina“ gelang dem erst 24-jährigen Händel 1709 in Venedig der internationale Durchbruch. Bis heute fasziniert das Werk durch seine Mischung aus musikalischer Brillanz, scharfem Witz und überraschender Aktualität. Die Oper zeigt, wie eng Macht und persönliche Interessen miteinander verwoben sein können – und wie wenig sich daran über die Jahrhunderte geändert hat.
So entsteht ein ebenso unterhaltsamer wie kluger Opernabend, in dem politische Kalküle und menschliche Emotionen untrennbar miteinander verbunden sind.
Premiere 28. November
weitere Aufführungen: 1., 4., 6., 8., 13., 16., 19. und 27. Dezember 2026






