Mitten in der Wiener Innenstadt verbindet das Haus der Musik auf einzigartige Weise Musikgeschichte, Wissenschaft und interaktive Erlebnisräume. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2000 hat sich das Klangmuseum zu einem international beachteten Ort moderner Musikvermittlung entwickelt. 2025 feierte das Haus sein 25-jähriges Bestehen – ein Anlass, der zugleich zeigt, wie sehr das Konzept aufgegangen ist: Die Besucherzahlen haben sich seither mehr als verdoppelt, und das Museum gilt heute als eine der innovativsten kulturellen Attraktionen der österreichischen Hauptstadt.
Dass Wien als Welthauptstadt der Musik gilt, ist historisch begründet. Doch nur wenige Orte ermöglichen einen so unmittelbaren Zugang zu Klang und Musikgeschichte wie dieses Museum im historischen Palais Erzherzog Karl. Auf vier Etagen wird hier die Welt der Töne erfahrbar – nicht nur durch Anschauen und Lesen, sondern vor allem durch Ausprobieren, Hören und Mitmachen.Der Rundgang beginnt im ersten Stock mit der Geschichte der Wiener Philharmoniker. In den Räumen, in denen einst ihr Gründer Otto Nicolai lebte, sind heute historische Dokumente und kostbare Objekte aus dem Archiv des berühmten Orchesters zu sehen – darunter das erste Konzertplakat von 1842 oder der Taktstock von Herbert von Karajan. Ein Kinosaal widmet sich zudem dem traditionsreichen Neujahrskonzert und seiner weltweiten Ausstrahlung.

Die Geschichte der Wiener Philharmoniker, erster Stock © Paul Bauer
Im zweiten Stock rückt das Phänomen Klang selbst in den Mittelpunkt. Im interaktiven Science-Center „Sonotopia“ können Besucherinnen und Besucher erfahren, wie Schall entsteht, wie sich Klangwellen ausbreiten und wie unser Gehör funktioniert. Experimente im Soundlabor, hörbare Schwingungen oder die Möglichkeit, eigene „Klangwesen“ zu erschaffen, verwandeln abstrakte physikalische Prozesse in spielerische Erfahrungen.

Soundlab, 2. Stock © Paul Bauer
Der dritte Stock ist den großen Komponisten gewidmet, die Wien zu einem Zentrum musikalischer Innovation machten. Räume zu Persönlichkeiten wie Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johann Strauss II und Gustav Mahler erzählen von einer Epoche, in der Musik sich zunehmend von höfischer Repräsentation löste und zu einer Kunstform für ein breites Publikum wurde. Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums wird diese Etage derzeit schrittweise neu gestaltet und aktualisiert.

Die großen Meister, 3. Stock © Paul Bauer
Den Abschluss bildet ein ebenso unterhaltsames wie ambitioniertes Experiment: Im vierten Stock können Besucher selbst zum Dirigenten werden und virtuell die Wiener Philharmoniker leiten – unterstützt von Tipps des Star-Dirigenten Zubin Mehta. Die Videoprojektion reagiert unmittelbar auf die Bewegungen des Taktstocks und macht die komplexe Kommunikation zwischen Dirigent und Orchester erlebbar.
Das Haus der Musik versteht sich jedoch nicht nur als Museum, sondern auch als lebendiger Konzertort. Im Veranstaltungssaal im Dachgeschoss treten regelmäßig junge Bands und Künstlerinnen auf – häufig in Kooperation mit der Wiener Konzertreihe Bluebird. Folk, Indie, Rock oder Elektro-Pop stehen hier ebenso auf dem Programm wie klassische Konzerte und Kinderformate. So entsteht ein Ort, an dem Musikgeschichte, Klangforschung und zeitgenössische Kultur ineinandergreifen. Das Haus der Musik lädt dazu ein, Klang nicht nur zu hören, sondern zu entdecken, zu verstehen – und letztlich selbst zu gestalten.
www.hdm.at

Selbst Dirigieren! 4. Stock © Paul Bauer







