Mit Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ und Giacomo Puccinis „Gianni Schicchi“ bringt das Theater Dortmund im November 2026 zwei Meisterwerke des italienischen Musiktheaters an einem Abend auf die Bühne. Tragisches Eifersuchtsdrama trifft dabei auf bitterböse Komödie – verbunden durch den Blick auf gesellschaftliche Milieus, in denen Leidenschaft, Besitz und Ansehen das Handeln der Menschen bestimmen.

„Cavalleria rusticana“ führt in ein sizilianisches Dorf am Ostermorgen. Santuzza vermutet, dass ihr Geliebter Turiddu sie mit seiner früheren Verlobten Lola betrügt, die inzwischen mit dem Fuhrmann Alfio verheiratet ist. Aus Eifersucht erzählt Santuzza Alfio von der Affäre und setzt damit eine Entwicklung in Gang, die schließlich tödlich endet.

Ganz anders beginnt „Gianni Schicchi“: Im Florenz des ausgehenden 13. Jahrhunderts ist der wohlhabende Buoso Donati gestorben. Seine versammelte Verwandtschaft hofft auf ein großes Erbe – bis sie feststellen muss, dass der Verstorbene seinen gesamten Besitz einem Kloster vermacht hat. Rettung verspricht ausgerechnet Gianni Schicchi, der mit Bauernschläue einen ebenso raffinierten wie riskanten Plan entwickelt.

Mascagni und Puccini zählen zu den wichtigsten Vertretern des italienischen Verismo. Während „Cavalleria rusticana“ 1890 uraufgeführt wurde und mit großer emotionaler Direktheit von Eifersucht und Rache erzählt, schuf Puccini mit „Gianni Schicchi“ 1918 eine temporeiche Komödie, aus der auch die berühmte Arie „O mio babbino caro“ stammt.

In Dortmund verbindet Regisseur Gil Mehmert die beiden Einakter zu einem bildgewaltigen Doppelabend. Die musikalische Leitung übernehmen Vito Cristofaro und Olivia Lee-Gundermann, Bühne und Kostüme stammen von Frank Philipp Schlößmann und Falk Bauer.

So treffen zwei auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Werke aufeinander: hier eine Tragödie, die unausweichlich auf den Tod zuläuft, dort eine Komödie über Habgier und familiäre Abgründe – und in beiden Fällen Menschen, deren Leidenschaften stärker werden als jede Vernunft.
Premiere 7. November 2026
weitere Aufführungen: 15. und 20. November, 5., 18., 23. und 27. Dezember 2026, 7., 15. und 30. Januar sowie 12. Februar 2027 

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