Mit „Prototyp“ nach dem gleichnamigen Comic von Ralf König bringt das Staatstheater Meiningen im März 2027 eine ebenso ungewöhnliche wie humorvolle Schöpfungsgeschichte auf die Bühne der Kammerspiele. Die Uraufführung verbindet Königs unverwechselbaren Zeichenstil mit der Kunst des Puppentheaters und wirft einen satirischen Blick auf die großen Fragen der menschlichen Existenz.

Am Anfang steht Gott – und eine Welt, die sich noch mitten in der Entwicklung befindet. Zwar sind bereits einige Tage seit Beginn der Schöpfung vergangen, doch längst funktioniert nicht alles so reibungslos, wie es die biblische Überlieferung vermuten lässt. Der Schöpfer experimentiert weiterhin mit seinen Einfällen und scheint dabei selbst noch nicht genau zu wissen, wohin seine Arbeit führen soll.

Seine neueste Erfindung ist Adam, der erste Mensch. Doch das vermeintliche Meisterwerk erweist sich als ausgesprochen schwieriger Prototyp. Je nachdem, wie Gott dessen geistige Fähigkeiten einstellt, stellt Adam tiefgründige philosophische Fragen oder verliert sich in vollkommen absurden Gedankengängen. Die Entwicklung des Menschen wird damit zu einem ebenso komischen wie aufschlussreichen Experiment.

Auch die Schlange Luzifer beobachtet das Geschehen mit großem Interesse. Sie begegnet dem göttlichen Schöpfungswerk mit einer gehörigen Portion Skepsis und stellt dessen vermeintliche Vollkommenheit immer wieder infrage. Als schließlich ein besonderer Apfel ins Spiel kommt, nimmt die Geschichte eine entscheidende Wendung. Erkenntnis und menschliche Neugier erweisen sich als Kräfte, die selbst Gott nicht vollständig kontrollieren kann.

Ralf König zählt zu den bekanntesten deutschen Comiczeichnern. Seine Werke verbinden gesellschaftliche Beobachtungen mit bissigem Humor und einer ausgeprägten Freude daran, traditionelle Vorstellungen und Autoritäten zu hinterfragen. In „Prototyp“ nimmt er die biblische Schöpfungsgeschichte zum Ausgangspunkt einer satirischen Auseinandersetzung mit Religion, Philosophie und menschlicher Selbstüberschätzung.

Für die Meininger Uraufführung wird Königs Comicwelt mit eigens gestalteten Tischfiguren auf die Theaterbühne übertragen. Die Puppen orientieren sich eng an den charakteristischen Zeichnungen des Künstlers und ermöglichen eine ungewöhnliche Verbindung aus bildender Kunst, Schauspiel und Figurentheater.

Die Regie übernimmt Pierre Schäfer, der gemeinsam mit dem künstlerischen Team die humorvollen und philosophischen Elemente der Vorlage in eine eigenständige Bühnenform übersetzt. Für den Puppenbau zeichnen Bodo Schulte, Carsten Sommer und Annette Hänning verantwortlich, die Ausstattung gestaltet Helge Ullmann. Die Dramaturgie liegt bei Henning Bakker. Nach „Das Kondom des Grauens“ ist „Prototyp“ bereits die zweite Uraufführung eines Werkes von Ralf König am Staatstheater Meiningen. Die Produktion richtet sich an Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene.
Uraufführung 20. März
weitere Aufführungen: 21., 23. und 25. März, 4. und 25. April sowie 17. Mai 2027

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