Mit William Shakespeares „Romeo und Julia“ bringt das Staatstheater Meiningen im März 2027 eine der berühmtesten Liebestragödien der Weltliteratur auf die Bühne des Großen Hauses. Im Rahmen des Georg-Jahres widmet sich das Theater einem Werk, das von leidenschaftlicher Liebe, gesellschaftlichen Zwängen und der zerstörerischen Kraft eines über Generationen fortgeführten Familienkonflikts erzählt.

In Verona stehen sich die beiden einflussreichen Familien Montague und Capulet seit langer Zeit feindlich gegenüber. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die schließlich auch die öffentliche Ordnung bedrohen. Die Obrigkeit reagiert mit einem strengen Gesetz: Wer den Frieden erneut bricht, muss mit der Todesstrafe rechnen.

Inmitten dieser angespannten Situation begegnet Romeo Montague auf einem Maskenball der jungen Julia Capulet. Ohne zunächst von ihrer jeweiligen Herkunft zu wissen, verlieben sich die beiden ineinander. Als sie erkennen, dass ihre Familien verfeindet sind, beschließen sie dennoch, an ihrer Liebe festzuhalten. Heimlich lassen sie sich von Pater Lorenzo trauen, der darin zugleich eine Möglichkeit sieht, den langjährigen Konflikt zwischen den Familien zu beenden.

Doch die Hoffnung auf Versöhnung wird schon bald zerstört. Bei einer Auseinandersetzung tötet Julias Cousin Tybalt Romeos Freund Mercutio. Romeo nimmt Rache und erschlägt Tybalt, woraufhin er aus Verona verbannt wird. Für das junge Paar beginnt damit ein verzweifelter Kampf gegen die Umstände, die eine gemeinsame Zukunft nahezu unmöglich machen.

Gemeinsam mit Pater Lorenzo entwickelt Julia einen riskanten Plan, um einer von ihrer Familie vorgesehenen Hochzeit zu entgehen und wieder mit Romeo vereint zu werden. Doch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse führt schließlich zur Katastrophe. Die Liebe zweier junger Menschen scheitert an einer Gesellschaft, in der familiäre Loyalität, verletzter Stolz und Gewalt stärker sind als der Wunsch nach Frieden.

Shakespeare schrieb „Romeo und Julia“ vermutlich um 1595. Das Drama gehört zu seinen meistgespielten Werken und wurde über Jahrhunderte in unzähligen Theater-, Film-, Opern- und Ballettfassungen neu interpretiert. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein die tragische Liebesgeschichte, sondern auch die Frage, welche Verantwortung eine Gesellschaft für die Konflikte und Entscheidungen ihrer jüngsten Mitglieder trägt.

Am Staatstheater Meiningen übernimmt Henriette Hörnigk die Inszenierung. Das Bühnenbild gestaltet Christian Rinke, die Kostüme stammen von Susanne Cholet und die Musik von Bernd Bradler. Die Dramaturgie liegt bei Deborah Ziegler. Mit der Neuproduktion kehrt Shakespeares Tragödie in jenes Theater zurück, dessen historische Entwicklung unter Herzog Georg II. maßgeblich von der Auseinandersetzung mit den großen Werken der europäischen Dramatik geprägt wurde.
Premiere 19. März
weitere Aufführungen: 25. März, 2., 11. und 29. April, 9. Mai, 17. Juni sowie 4. Juli 2027

www.staatstheater-meiningen.de/produktionen/romeo-und-julia-2.html?m=615