Im Rahmen der 7. Archäologischen Landesausstellung NRW widmet sich das LVR-LandesMuseum Bonn unter dem Titel „Leben am Limes“ vom 25. November 2021 bis 29. Mai 2022 der kulturellen Vielfalt entlang der römischen Grenze, die als Niedergermanischer Limes seit Juli 2021 zum UNESCO-Welterbe zählt.

Schon vor 2000 Jahren war das Rheinland ein Schmelztiegel, in dem unterschiedlichste Bevölkerungsgruppen aufeinandertrafen. Sie kamen aus allen Regionen des Imperium Romanum, aber auch aus den benachbarten Gebieten Gallien und Germanien an den Rhein. Insbesondere in der Nähe der Legionen, die an vielen Orten und Grenzregionen des Reiches wie in Bonn, Neuss und Xanten stationiert waren, siedelten Menschen an. Was zog sie hierher? Wie wohnten, arbeiteten, wirtschafteten sie? Wie waren sie zu Land und zu Wasser und auch über die „nasse Grenze“ des Rheins hinweg miteinander verbunden? Diesen Fragen geht die Archäologische Landesausstellung „Roms fließende Grenzen. Leben am Limes“ im LVR-LandesMuseum Bonn auf den Grund.

Goldring eines römischen Offiziers der Bonner Legion, 2. Jh., LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn

Goldring eines römischen Offiziers der Bonner Legion, 2. Jh., LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn

Einen besonderen Fokus richtet die Ausstellung auf den Legionsstandort Bonn, der mit einer Nutzung vom ersten bis weit ins fünfte Jahrhundert hinein eine außergewöhnliche Kontinuität fast über die gesamte Zeit römischer Präsenz am Rhein aufweist. Obwohl obertägig kaum noch etwas an die römische Zeit erinnert, stößt man unter Tage auf eines der am besten erhaltenen Legionslager nördlich der Alpen. Zahlreiche Funde wie Grabmonumente, Wandmalereien und Alltagsgegenstände berichten vom Leben der Menschen, die im „locus Bonna“ ihre Heimat fanden.

Seltene Goldfibel des 1. Jhs. n. Chr. aus Bedburg, Rhein-Erft-Kreis, LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn

Seltene Goldfibel des 1. Jhs. n. Chr. aus Bedburg, Rhein-Erft-Kreis, LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn

Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Limesmodell, Filme und Medienstationen, die die antiken Schauplätze an der Grenze des Römischen Reiches anschaulich machen. An zahlreichen Mitmachstationen können die Besucher*innen in die Lebenswelt vor mehr als 1500 Jahren eintauchen.

Klappmesser mit Bernsteingriff in Form einer Herkulesfigur, aus einem Sarkophag, gefunden in Zülpich, 3. Jh., LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn

Klappmesser mit Bernsteingriff in Form einer Herkulesfigur, aus einem Sarkophag, gefunden in Zülpich, 3. Jh., LVR-LandesMuseum Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn

Die „Archäologische Landesausstellung NRW 2021/2022“ präsentiert die neuesten Forschungsergebnisse der Bodendenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen. Unter dem Titel „Roms fließende Grenzen“ wird an den fünf Ausstellungsstandorten Detmold, Xanten, Bonn, Haltern am See und Köln mit spektakulären Neufunden, Modellen und Aktionen der Alltag in der Provinz Niedergermanien und den angrenzenden Gebieten aus fünf Perspektiven lebendig. Die Landesaustellung geht hervor aus einer Kooperation des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, den Landschaftsverbänden Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL), dem Landesverband Lippe (LVL) und der Stadt Köln.
25. November 2021 bis 29. Mai 2022
www.roemer.nrw
www.landesmuseum.lvr.de