Zwischen Mythos und digitaler Gegenwart entfaltet sich mit „Morgana“ ein faszinierender Tanzabend über Wahrnehmung, Täuschung und die Macht der Bilder. Choreograf Giuseppe Spota greift die Legende der Fee Morgana auf und überträgt sie in eine Welt, in der Illusionen nicht mehr durch Magie, sondern durch digitale Medien entstehen.

In alten Erzählungen führte Morgana Reisende mit Trugbildern und Luftspiegelungen in die Irre. Heute begegnet sie uns in neuer Gestalt: auf Bildschirmen, in sozialen Netzwerken und in den endlosen Strömen digitaler Informationen. Zwischen sorgfältig kuratierten Bildern, virtueller Nähe und ständig verfügbaren Inhalten verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Inszenierung. Spota untersucht diese Mechanismen mit den Mitteln des zeitgenössischen Tanzes und schafft ein vielschichtiges Bühnenbild unserer vernetzten Gegenwart.

Die Choreografie verbindet körperliche Präsenz mit digitalen Assoziationen und stellt die Frage, wie sehr unsere Wahrnehmung von Bildern, Algorithmen und medialen Erzählungen geprägt wird. Dabei entsteht ein poetischer und zugleich kritischer Blick auf eine Welt, in der Schein und Wirklichkeit immer schwerer voneinander zu unterscheiden sind.

Eigens für diese Produktion komponierte Christof Littmann eine neue Partitur, die orchestrale Klangwelten mit elektronischen Elementen verschmelzen lässt. Die Musik schafft einen schillernden Resonanzraum, in dem sich mythische Tiefe und digitale Flüchtigkeit begegnen und gegenseitig durchdringen.

„Morgana“ wird so zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk aus Tanz, Musik und visueller Imagination. Der Abend verbindet alte Legenden mit den Fragen der Gegenwart und lädt dazu ein, die Verführungen und Illusionen unserer digitalen Welt mit neuen Augen zu betrachten.
Uraufführung 17. Oktober 
weitere Aufführungen: 24. Oktober, 1., 13., 22., 24. und 28. November, 11., 12., 19. und 23. Dezember 2026

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