Mit einer außergewöhnlichen Ausstellung widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster den großen Erneuerern der Pariser Moderne. Mehr als 200 Werke aus der renommierten Sammlung Helmut Klewan vereinen Ikonen wie Pablo Picasso, Alberto Giacometti, André Masson und Jean Dubuffet mit bedeutenden Positionen des Surrealismus – und erzählen von einer Epoche, die die Kunst bis heute prägt.
Die Pariser Moderne war eine Zeit des Aufbruchs, der künstlerischen Experimente und des radikalen Neudenkens. Genau diesem Geist widmet sich das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster mit der Ausstellung „Giacometti, Picasso, Masson, Dubuffet – Grenzgänger der Pariser Moderne. Sammlung Klewan“, die vom 11. Juli bis 25. Oktober 2026 zu sehen ist. Über 200 Werke aus der privaten Sammlung des Münchner Kunsthändlers und Sammlers Helmut Klewan eröffnen einen faszinierenden Blick auf eine der spannendsten Epochen der europäischen Kunstgeschichte.
Helmut Klewan zählt zu den bedeutendsten Sammlern französischer Moderne im deutschsprachigen Raum. Seine Sammlung entstand nicht allein aus Leidenschaft für die Kunst, sondern auch aus persönlichen Begegnungen mit Künstlern, Galeristen und Zeitzeugen. Eine Anekdote erzählt er dabei mit einem Schmunzeln: Der legendäre Picasso-Galerist Daniel-Henry Kahnweiler riet ihm einst, niemals selbst zu sammeln, da dies dem Galeriegeschäft schade. Klewan bezeichnet diesen Rat heute augenzwinkernd als den schlechtesten seines Lebens – denn aus seiner Sammelleidenschaft entwickelte sich eine Kollektion von internationalem Rang.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vier außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten, die die Grenzen ihrer Zeit bewusst überschritten. Über 70 Arbeiten Alberto Giacomettis – darunter Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken – geben intime Einblicke in sein Schaffen im legendären Pariser Atelier. Ergänzt werden sie durch eindrucksvolle Fotografien namhafter Fotografen wie Henri Cartier-Bresson oder Ernst Scheidegger, die den Künstler in seinem Arbeitsumfeld dokumentieren.

Foto: Hanna Neander / Picasso-Museum
Auch Pablo Picasso ist mit rund 50 grafischen Arbeiten vertreten. Die Auswahl spannt einen Bogen über mehr als drei Jahrzehnte seines Schaffens – von den surrealistisch beeinflussten Arbeiten der 1930er-Jahre bis zu den expressiven Radierungen seiner späten Lebensphase. Fotografien von André Villers und Franz Hubmann ergänzen das Bild eines Künstlers, dessen Innovationskraft bis heute ungebrochen fasziniert.
Mit André Masson und Jean Dubuffet rücken zwei weitere prägende Stimmen der französischen Moderne in den Fokus. Während Massons Werke die Entwicklung vom surrealistischen Automatismus bis hin zu farbintensiven Kompositionen seines Spätwerks nachvollziehen lassen, zeigt Dubuffet eine radikale Bildsprache, die bewusst mit klassischen Schönheitsidealen bricht. Inspiriert von Graffiti, Kinderzeichnungen und der sogenannten Art Brut schuf er eine Kunst, die das Unvollkommene zum Ausdrucksmittel erhob. Ergänzt wird die Schau durch Werke bedeutender Vertreterinnen und Vertreter des Surrealismus wie Giorgio de Chirico, Max Ernst, Man Ray, Meret Oppenheim, Toyen, Dorothea Tanning, Salvador Dalí und René Magritte. Gemeinsam zeichnen sie die Entwicklung surrealistischer Bildwelten von den 1920er-Jahren bis in die Nachkriegszeit nach.
Die Ausstellung ist weit mehr als eine Präsentation hochkarätiger Meisterwerke. Sie macht sichtbar, wie eng Kunst, Literatur und Philosophie im Paris der Nachkriegszeit miteinander verflochten waren und wie kreative Netzwerke das kulturelle Leben nachhaltig veränderten. Damit bietet das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster nicht nur einen beeindruckenden Überblick über die Pariser Moderne, sondern auch eine inspirierende Reise in eine Epoche, deren künstlerische Impulse bis heute nachwirken.
11. Juli bis 25. Oktober 2026
www.kunstmuseum-picasso-muenster.de

Foto: Hanna Neander / Picasso-Museum


