Der Carinthische Sommer ist das wichtigste Musik- und Kulturfestival im österreichischen Bundesland Kärnten und findet seit 1969 jährlich in den Sommermonaten Juli und August in Ossiach, der Stadt Villach und auch an anderen Spielstätten in Kärnten statt.

Die besondere Atmosphäre des Carinthischen Sommers mit seinen vielfältigen Spielstätten zieht jedes Jahr im Juli und August Künstler und Publikum aus aller Welt in den Bann. Dabei steht vor allem die musikalische Vielfalt im Vordergrund. Neben Kammer- und Orchestermusik sowie Kirchenoper wird auch Musik aus den Bereichen Jazz und Crossover, Rock/Pop und dem experimentellen Bereich im Rahmen des Festivalprogramms angeboten, um Publikum aller Altersklassen zu begeistern. Mit den Rising-Stars-Konzerten werden junge Künstler gefördert und in das Festival integriert. So können sich etwa die Preisträger des Internationalen Hans Gabor Belvedere Gesangswettbewerbs dem großen Publikum präsentieren.

Diese Highlights erwarten Sie heuer unter anderem:

Xavier de Maistre
Star-Harfenist Xavier de Maistre entlockt der Grande Dame unter den Instrumenten die klangliche Vielfalt eines ganzen Orchesters. Xavier de Maistre ist einer der bedeutendsten und innovativsten Harfenisten der Gegenwart. 2010 gab er die Position des Harfenisten der Wiener Philharmoniker – eine der weltweit begehrtesten Stellen für Harfenisten – auf, um das Wagnis einer Solokarriere einzugehen. In der feierlichen Atmosphäre der Stiftskirche Ossiach präsentiert de Maistre ein Programm, das den Bogen von barocken Klängen aus der Feder Giovanni Pescettis, eines venezianischen Komponisten des frühen 18. Jahrhunderts, über die in der Zeit der Wiener Klassik komponierte Sonate Sophia Corris in die impressionistische Klangwelt Gabriel Faurés und Claude Debussys spannt.
12. Juli in der Stiftskirche Ossiach

Xavier de Maistre © Julien Benhamou

Xavier de Maistre © Julien Benhamou

Rudolf Buchbinder
Auch im 51. Jahr seit seinem ersten Auftritt beim Carinthischen Sommer setzt Rudolf Buchbinder seine jahrzehntelange Auseinandersetzung mit dem Klavierwerk Beethovens fort. Heuer präsentiert Rudolf Buchbinder mit Beethovens Klaviersonate Nr. 23 f-Moll ein Werk, das bei seiner Veröffentlichung im Jahre 1807 noch durchaus skeptisch zur Kenntnis genommen wurde: In dem ersten Satze dieser Sonate hat er einmal wieder viele böse Geister losgelassen, wie man dieses aus andern seiner großen Sonaten schon kennet, moserte ein Kritiker in der Allgemeinen musikalischen Zeitung. Beethoven selbst hielt das Stück jedoch für eines seiner besten, und spätestens seit ein geschäftstüchtiger Verleger es im Jahre 1838 mit dem Beinamen Appassionata versah, gilt es als Inbegriff pianistischer Virtuosität und Expressivität.
9. August im Congress Center Villach

Orchestra della Svizzera italiana
Das Orchestra della Svizzera italiana und sein Chefdirigent Markus Poschner widmen sich in diesem Konzert nicht nur dem Schweizer Nationalhelden, sondern auch dem jazzigen G-Dur-Klavierkonzert Maurice Ravels sowie einem Höhepunkt russischer Sinfonik. In schroffen Gegensätzen porträtiert Gioacchino Rossini in der Ouvertüre zu seiner letzten Oper Guillaume Tell, die den Gründungsmythos der Schweiz erzählt, die Natur der Alpenrepublik und den Freiheitssinn ihrer Bewohner*innen. Auf die ruhig-feierliche Cellokantilene des Beginns folgt ein donnernder Gewittersturm, auf einen idyllischen Kuhreigen schließlich der dramatische Galopp in die Freiheit. Ähnlich fulminant ist auch der Schluss von Piotr Tschaikowskis 3. Sinfonie: Sie gipfelt in einer schmetternden Polonaise, der sie auch ihren Beinamen zu verdanken hat.
18. August im Congress Center Villach

12. Juli bis 29. August 2023

carinthischersommer.at