Wenn im Juli das nordwestliche Weinviertel zum Treffpunkt internationaler Gegenwartskunst wird, geschieht dies fernab urbaner White Cubes – und gerade darin liegt die Kraft dieses neuen Formats. Die 1. Pulkautal Biennale lädt von 11. bis 19. Juli 2026 dazu ein, Kunst neu zu verorten: in der Landschaft, im Alltag, im Dialog mit den Menschen vor Ort.

Unter dem programmatischen Titel „Eine Sprache für das Land“ entfaltet sich ein dichtes Netzwerk aus Ausstellungen, Begegnungen und Interventionen. Rund 50 Künstlerinnen und Künstler bespielen zwölf Stationen – von historischen Kellergassen in Hadres und Untermarkersdorf bis hin zu einem Weinviertler Hof in Obritz. Zentrum der Biennale ist ein Pavillon im Alten Feuerwehrhaus in Hadres, von dem aus sich die künstlerischen Positionen in die Umgebung verzweigen wie ein organisches Gefüge. Die Idee der „Slow Art“ prägt das Konzept: Kunst als entschleunigte Erfahrung, als intensives Wahrnehmen von Raum, Zeit und Kontext. Zwischen Rebstöcken und Presshäusern entfalten Künstlerinnen und Künstler wie Iris Andraschek & Hubert Lobnig, Gelitin, Eva Schlegel, Manfred Wakolbinger, Peter Weibel oder Elisabeth von Samsonow Arbeiten, die sich mit ökologischen, sozialen und kulturellen Fragen auseinandersetzen. Auch Positionen von Amina Handke, Alois Mosbacher, Angela Melitopoulos, Ulli Lust oder dem DTAFA Kollektiv erweitern diesen Dialog um unterschiedliche Perspektiven und Medien.

Maresa Jung, Rest Wert, 2025, Foto © Maresa Jung

Maresa Jung, Rest Wert, 2025, Foto © Maresa Jung

Die Landschaft wird dabei nicht zur Kulisse, sondern zum Resonanzraum. Kunst reagiert auf ihre Eigenheiten, ihre Geschichte und ihre fragile Ökologie – und macht sie auf neue Weise erfahrbar. Installationen, Interventionen und performative Ansätze treten in Beziehung zu Natur und Architektur und eröffnen ungewohnte Blickwinkel auf das scheinbar Vertraute.
Initiiert von Sabine Poll-Plonus, Elisabeth von Samsonow und Romana Schuler, versteht sich die Biennale als Plattform zwischen regionaler Verwurzelung und internationalem Austausch. Künstlergespräche, Workshops und geführte Rundgänge schaffen persönliche Zugänge und laden dazu ein, Kunst nicht nur zu betrachten, sondern gemeinsam zu erleben. Dabei geht es nicht nur um das Sehen, sondern auch um das Erleben. Künstlergespräche, Workshops und geführte Rundgänge durch die Kellergassen eröffnen persönliche Zugänge zu Kunst und Landschaft. Viele der beteiligten Künstlerinnen und Künstler sind vor Ort präsent – die Biennale wird so zu einem offenen Raum für Austausch und Begegnung.
Das Pulkautal, geprägt von sanften Hügeln und bäuerlicher Kultur, zeigt sich dabei als idealer Schauplatz. Hier wird sichtbar, wie Kunst neue Perspektiven auf vertraute Räume eröffnet – leise, intensiv und nachhaltig. Eine Biennale, die nicht nur zeigt, sondern fragt: Wie wollen wir leben – und wie können wir die Sprache dafür finden?
Eröffnung: 11. Juli 2026, 11 Uhr, Pulkautaler Grenzlandhalle, Hadres
11. bis 19. Juli 2026
www.pulkautalbiennale.at