Das Innsbruck Winter Dance Festival 2027 bringt Leidenschaft, Sehnsucht und große Geschichten auf die Bühne der Dogana. Enrique Gasa Valga verbindet zeitgenössischen Tanz mit Musik, Theater und starken Persönlichkeiten – und macht den Körper zum Erzähler dort, wo Worte nicht mehr ausreichen.

Tanz beginnt oft dort, wo Sprache an ihre Grenzen stößt. Ein Blick, eine Bewegung, ein Atemzug können erzählen, was sich kaum in Worte fassen lässt: von Liebe und Verlust, von Schmerz und Begehren, von Lebenslust und Erlösung. Genau diese unmittelbare Kraft steht im Zentrum des Innsbruck Winter Dance Festival 2027. Drei Weltpremieren, eine internationale Gastkompanie und eine neue Bühnenkonzeption versprechen einen Festivalmonat, der das Publikum so nah wie selten an den Tanz heranführt.
Den Auftakt macht eine alte Bekannte: „Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“ kehrt nach beinahe acht Jahren nach Innsbruck zurück. Enrique Gasa Valgas gefeiertes Tanzstück über die mexikanische Künstlerin sorgte bereits bei seiner Uraufführung am Tiroler Landestheater für ausverkaufte Vorstellungen und Standing Ovations. Frida Kahlo steht dabei für eine Frau, die sich trotz körperlicher Schmerzen, persönlicher Verletzungen und gesellschaftlicher Konventionen nie verbiegen ließ. Leidenschaft und Verrat, Liebe und Lebenshunger werden in einer Choreografie zwischen klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanztheater sichtbar. Eine besondere Premiere erlebt das Stück diesmal durch die Live-Musik von Greta Marcolongo und Roberto Tubaro samt Band.

„Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“ © Günther Egger

„Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“ © Günther Egger

Im Beethoven-Jahr 2027 trifft anschließend musikalische Wucht auf körperliche Energie. Die katalanische Factoria de Dansa – LaFACT gastiert mit einem Auszug aus „Dancing Beethoven“. Kevin O’Day übersetzt Beethovens Fünfte Symphonie in zeitgenössische Bewegung und lässt die berühmten musikalischen Motive gleichsam durch die Körper der Tänzerinnen und Tänzer pulsieren. Den Abend eröffnen Camilla Danesi und Leandro Montero mit „La Amada inmortal“, gefolgt von einer weiteren Weltpremiere des Choreografen Vincenzo Timpa. So wird aus dem Gastspiel ein Abend, der unterschiedliche choreografische Handschriften miteinander in Beziehung setzt.
Seinen emotionalen Höhepunkt findet das Festival mit der Uraufführung von „Maria Magdalena“. Enrique Gasa Valga nähert sich jener rätselhaften Frauenfigur, die über Jahrhunderte zwischen Sünderin, Heiliger, Geliebter und Zeugin changierte. Zu Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion und Musik von Roberto Tubaro wird ihre Geschichte zum körperlichen Drama über Glaube, Begehren, Schuld und Erlösung. In der Titelrolle steht die außergewöhnliche Tänzerin Oumy Cisse. Ein Schauspieler verkörpert Judas und verbindet Sprache mit Bachs musikalischer Passion. Bühnenbild und Kostüme von Alberto Talarico, Valeria Angesi und Birgit Edelbauer-Heiss schaffen dafür einen Raum zwischen Sakralem und Sinnlichem.
Auch räumlich geht das Festival neue Wege: Eine 270-Grad-Bühne in der Dogana rückt das Publikum näher an das Geschehen und eröffnet ungewohnte Perspektiven. Ergänzt wird das Programm durch Nachmittagsvorstellungen, Side Events und Tanzworkshops.
Dass Tanz dabei nicht ausschließlich im Theater stattfinden muss, zeigt bereits der Auftakt: Am 28. November 2026 wird die Innsbrucker Innenstadt bei einem Flashmob selbst zur Bühne. Denn Tanz will nicht nur gesehen werden. Er will berühren, bewegen – und unter die Haut gehen.

„Viva la Vida – A Tribute to Frida Kahlo“: 12. bis 14. Februar 2027
„Dancing Beethoven“: 17. und 18. Februar 2027
„Maria Magdalena“:  25.  bis 28. Februar 2027

www.innsbruck.dance/iwdf2027

„Dancing Beethoven“ © Joseph Guindo

„Dancing Beethoven“ © Joseph Guindo