Dieses Jahr feiert die StadtSchönheit das „Jahr der Geschichte 2.0“ und lädt Gäste wie Einheimische dazu ein, in die beeindruckende Historie von Konstanz einzutauchen. Gleich mehrere Jubiläen bieten das gesamte Jahr über Anlass zum Feiern, darunter die 60. Internationale Bodenseewoche, 150 Jahre Steigenberger Inselhotel sowie 800 Jahre Spitalstiftung und Spitalkellerei.
Seit 800 Jahren im Einsatz für die Menschen
Auf eine außergewöhnlich lange Existenz blicken die Spitalstiftung und Spitalkellerei Konstanz zurück: Im Jahr 1225 gründeten die Konstanzer Bürger Heinrich von Bitzenhofen und Ulrich Blarer die Stiftung unter dem Namen „Spital zum Heiligen Geist“, 2025 wird sie 800 Jahre alt. Auch die zur Stiftung gehörende Spitalkellerei entstand im selben Jahr und ist damit das älteste Stiftungsweingut Deutschlands. Das Jubiläumsprogramm bietet unter anderem themenspezifische Stadtführungen zur Gründungszeit der Stiftung, Wein-Degustationen und Kellerführungen, ein besonderes Jubiläumsbrot nach altem Rezept, Theaterprojekte und vieles mehr.

Lichtinstallationen in der Spitalkellerei © MTK/Achim Mende
Konstanz – historische StadtSchönheit am Bodensee
Die besondere Lage von Konstanz am Bodensee und Rhein (Rheinkilometer 0) sowie in der Vierländerregion (D/A/CH/FL) macht diese Stadt so attraktiv. Schon lange zieht es Menschen hierhin. Die Pfahlbauten, deren Überreste an den Ufern der Stadt gefunden wurden und die heute zum UNESCO-Welterbe gehören, sind teilweise über 3.000 Jahre alt (Tipp: 2025 wird eine neue Palafittes-Route zu den Fundstätten eingeweiht). Nach den Pfahlbauern lebten im heutigen Stadtgebiet Kelten und anschließend Römer – das Kastell aus dem Jahr 300 ist in Teilen unterhalb des Münsterplatzes bis heute zu sehen. Im Mittelalter war Konstanz von 1414 bis 1418 Schauplatz des Konzils mit der einzig gültigen Papstwahl nördlich der Alpen – ein absolutes Weltereignis und der größte Kongress des Mittelalters. Sehenswürdigkeiten wie das Konzilgebäude, die Hafenfigur Imperia und der Hussenstein erinnern noch heute daran.
Neues Highlight: Ende 2025 ist die Eröffnung des sensationellen Asisi-Panoramas mit der Geschichte von Konstanz zu Konzilszeiten geplant. Das riesige 360°-Rundbild des Künstlers Yadegar Asisi lässt Besucherinnen und Bersucher in die Zeit von 1414 bis 1418 eintauchen. Ausgestellt wird das faszinierende Bild im neuen zylinderförmigen Gebäude an der Europabrücke.

Stadtführung © MTK/ Leo Leister
Kulturschätze
Die beeindruckenden Wandmalereien und Fresken in der Altstadt geben Einblicke in frühere Zeiten. Stadtführungen laden ein, auf lebendige Zeitreisen zu gehen, und das Theater Konstanz als älteste dauerhaft bespielte Bühne Deutschlands begeistert schon seit rund 400 Jahren. Die Konstanzer Museen machen die reiche Geschichte in ihren Ausstellungen für Groß und Klein erlebbar. Ein besonderes Highlight ist 2025 die Sonderausstellung des Rosgartenmuseums „Maskeraden – Als die Fasnacht noch Fasching hieß“, in der Geschichte und Traditionen der Fasnacht im deutsch-schweizerischen Bodenseeraum im Mittelpunkt stehen.
„Maskeraden – Als die Fasnacht noch Fasching hieß“,
Fasching, Fasnacht oder Karneval? Innerhalb der südwestdeutschen Fasnacht haben die Traditionen in der Dreiländerregion Bodensee ein starkes Eigenleben: Die Fasnacht hier ist historisch ein bunter Cocktail aus Habsburger Fasching, bürgerlich-liberaler Saalfasnacht und einer kräftigen Portion karnevalistischem Rheinland. Bis zur Revolution von 1848/49 begeistert sich das freiheitsgestimmte Bürgertum an satirischen Narrenspielen.
Beeinflusst vom wiederaufblühenden Kölner Karneval wird nach 1860 „Prinz Karneval“ zur Leitfigur. In deutschen und Schweizer Städten und Dörfern rund um den Bodensee werden prächtige Umzüge organisiert und rauschende Bälle gefeiert. Frauen dürfen zwar mitmachen, aber nur als Zierde männlicher Selbstdarstellung. Im Deutschen Kaiserreich schlagen die kolonialbegeisterten Narren erstmals auch rassistische Töne an. Heute wird die Frage kontrovers diskutiert, ob „Indianer“, „Chinesen“ und Kostüme fremder Kulturen an Fasnacht und Karneval noch statthaft sind.
Während des Nationalsozialismus erweisen sich die deutschen Humoristen als erstaunlich anpassungsfähig: Terror und Verfolgung herrschen, doch die Narretei produziert unbeirrt gute Laune. Derweil spotten Schweizer Narren zuweilen mutig über die braunen Herrscher. Wenig überraschend, knüpfen Narrengesellschaften nach dem Ende von Diktatur, Krieg und Holocaust nahtlos an ihre Traditionen vor 1939 an. Seit den 1950er Jahren erzielt vor allem die Bühnenfasnacht sensationelle Erfolge: Stars wie Karl Steuer und Helmut Faßnacht berühren die Menschen und machen die Narretei am Bodensee durch Radio- und Fernsehübertragungen weithin bekannt.
17. Mai 2025 bis 11. Januar 2026
www.rosgartenmuseum.de

Ausstellung Maskeraden. Als die Fasnacht noch Fasching hieß © Rosgartenmuseum
Sehnsuchtsort
Mit der Dampfschifffahrt und dem Bau von Eisenbahnlinien wurden der Bodensee und Konstanz im 19. Jahrhundert in großem Stil touristisch erschlossen. Anfang des 20. Jahrhunderts kam mit dem Flugplatz der Luftverkehr hinzu. Zeitgleich entstanden neue Hotels. Das Steigenberger Inselhotel in den Mauern eines ehemaligen Dominikanerklosters feiert 2025 sein 150-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum auf dem Wasser gibt es 2025 auch: Die 1909 erstmals dokumentierte Internationale Bodenseewoche findet 2025 das 60. Mal statt! Vom 13. bis 15. Juni begeistert sie drei Tage lang mit modernen Booten sowie Oldtimeryachten, spannenden Segelregatten, historischen Schiffen und einem facettenreichen Rahmenprogramm inklusive Maritimem Markt. Ein frühsommerliches Highlight für alle Wassersport- und Segelbegeisterten inklusive traumhafter See- und Alpenkulisse.
Übrigens: Die erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens „Constantia“ erfolgte wohl vor rund 1.500 Jahren im 5. oder frühen 6. Jahrhundert. Ca. 525 soll der Name im Reisehandbuch des Ostgoten Anarid auftauchen (Vgl. Otto Feger: Kleine Geschichte der Stadt Konstanz, 2. umgearbeitete Aufl. Konstanz, 1957, Rosgarten, S. 175 sowie Helmut Maurer: Geschichte der Stadt Konstanz, Band 1. Konstanz, 1989, Stadler, S. 18).
Die ersten Siedlungsspuren sind noch älter. So wurde die Römersiedlung am Ort des heutigen Konstanz wohl bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. in „Constantia“ umbenannt, doch hierzu existieren keine schriftlichen Quellen (Vgl. Helmut Maurer, ebd.).
www.konstanz-info.com/jahr-der-geschichte-2-0.

Beeindruckende Wandmalereien und Fresken in der Altstadt, Hotel Graf Zeppelin © MTK/Dagmar Schwelle