Missing Link – Verbindende Rituale
Aderlass mit Hermann Nitsch und Paul Renner
Nach den Formaten Das große Fressen und Märchenstunde folgt in diesem Jahr Missing Link – Verbindende Rituale. Herzstück ist eine Ausstellung im Magazin 4 mit dem Titel Aderlass, in der Werke von Hermann Nitsch in Dialog mit Arbeiten von Paul Renner treten. Insgesamt versammeln sich rund 30 künstlerische Positionen unter einem gemeinsamen kuratorischen Dach.
Die Ausstellung Aderlass im Magazin4 geht auf das Konzept zurück, Werke aus der Sammlung der Landeshauptstadt Bregenz sichtbar zu machen. Im letzten Jahr stand eine Arbeit von Maria Lassnig aus den 1960er Jahren im Mittelpunkt – heuer ist es ein Schüttbild von Hermann Nitsch, ebenfalls aus dem städtischen Besitz. In enger Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Nitsch Foundation entsteht eine freie, experimentierfreudige kuratorische Praxis: Neben Malerei finden auch Filme, Fotografien und Artefakte Platz – und schaffen so einen erweiterten Kontext rund um das jeweilige Hauptwerk.
Der Kultursommer 2025 versteht sich als Plattform und zugleich als Laboratorium für diese Prozesse – ein Ort, an dem Rituale nicht nur betrachtet, sondern verhandelt, gestaltet und durch Performance sowie Teilhabe auch körperlich erlebt werden können.
Die Frage lautet nicht nur: Was ist verloren gegangen?
Sondern auch: Welche neuen Formen des Verbindenden entstehen?
Erleben Sie in über 30 künstlerischen Positionen und Praktiken, wie vielfältig, kraftvoll und bewusst der Umgang mit diesen Fragen gestaltet werden kann. Unser großer Dank gilt allen Beteiligten, die diesen Kultursommer möglich machen.
Bis 19. Oktober, Magazin 4

Baumseele – Weltseele
Marco Bruckner
7 Holzskulpturen stehen an 7 spirituellen Orten in Bregenz: Nepomuk Kapelle, St. Gallus, Kreuzkirche am Ölrain, Herz Jesu, Mariahilf, St. Kolumban, St. Gebhard
Marco Bruckner reduziert seine Skulpturen mit der Kettensäge auf das Wesentliche. Sie laden ein, sich hineinzustellen und sich vom Kunstwerk fragen zu lassen …
bis 15. Oktober 2025

Baumseele – Weltseele, Marco Bruckner, Nepomuk Kapelle, St. Gallus © Marco Bruckner

Baumseele – Weltseele, Marco Bruckner, Nepomuk Kapelle, St. Gallus © Marco Bruckner

Malgorzata Mirga – Tas
Tele Ćerhenia Jekh – Jag
Malgorzata Mirga-Tas’ Kunst widmet sich dem Alltag und den Lebenswelten der Rom*nja-Kultur. Im Kunsthaus Bregenz zeigt sie Textilbilder und Skulpturen, die eigens für Bregenz entstanden sind.
bis 28. September 2025, Kunsthaus Bregenz

Michael Armitage, Maria Lassnig, Chelenge van Rampelberg
Artist Talk mit Michael Armitage & Chelenge Van Rampelberg
Im Sommer treffen im KUB-Foyer Werke des britisch-kenianischen Malers Michael Armitage, der österreichischen Malerin, Grafikerin und Filmemacherin Maria Lassnig und der kenianischen Künstlerin Chelenge Van Rampelberg aufeinander.
bis 28. September 2025, Kunsthaus Bregenz

Erstbesteigung II (Museumsfassade) und Habitable Zone (Modell der Wirklichkeit) im Atrium
Bildstein | Glatz (A/CH)
Adlassnig und Wittwer berufen sich in ihrer Arbeit auf die ältesten Figuren der Menschheitsgeschichte, auf Mischwesen zwischen Mensch und Tier. Sie erschaffen Objekte mit zeitloser Wirkung, kultisches „Werkzeug“ für den Zugang und Umgang mit dem Anderen. Sie verfolgen damit den Wunsch nach einer Unio Mystika, der Mitgeschöpflichkeit mit allen Lebewesen.´In schwindelerregender Höhe fesselt ein schwebendes Portaledge, wie es Extremklettererinnen und Extremkletter für die Übernachtung in der Felswand nutzen, den Blick der Passantinnen und Passanten. Das international tätige Künstlerduo Bildstein | Glatz (A/CH) verweist damit auf das menschliche Streben, in immer unzugänglichere Gebiete vorzudringen. Im Atrium errichtet das für seine Großprojekte bekannte Duo eine „bewohnbare“ Plattform, die von rund 16 Meter hohen Holzpfeilern getragen wird. Ein Modell der Wirklichkeit, das sinnbildlich für das fragile Gleichgewicht zwischen Natur und menschlichem Handeln steht.
bis 9. November 2025, vorarlberg museum, Kornmarktplatz 1

Erstbesteigung II (Museumsfassade), Biwakzelt, © Florian Koller/Sarah Mistura

Erstbesteigung II (Museumsfassade), Biwakzelt, © Florian Koller/Sarah Mistura

Hug & Dance an der Pipeline Bregenz
Bardhi-i Rafet Jonuzi-t
Die Idee »HUG & DANCE« war schon immer da und schwebte wie ein Geist überall in der Luft. Als die Pipeline Bregenz — Lochau fertiggestellt war, kam auch die Idee mit den Zahnrädern und allen zufällig gesehenen und gefundenen Readymade-Objekten zusammen, wie in einer schönen Sommernacht geträumt! Dort (an der Pipeline) tanzen „DANCE“ und umarmen sich „HUG“ Hunderttausende — Tag und Nacht, gestern und heute, und morgen wird es immer noch so sein, solange die Menschheit Luft atmet!
15. September, 16. September, 22. September, 23. September, 6. Oktober, 7. Oktober, 13. Oktober, 14. Oktober 2025, Elektra Bregenz, Brielgasse 27

Singende Gemälde. Andrea Cusumano
„Singende Gemälde – Ein Bildergedicht über Achilles, Penthesilea und andere Geschichten” ist eine den Martinsturm füllende Rauminstallation, die von Andrea Cusumano in einer 8-stündigen Dauerperformance vor Publikum erschaffen wird. Die Aktion wird zusammen mit der deutschen Künstlerin Alina Trionow gestaltet, die Musik, Text, Zeichnung, Malerei und Performance in vier Räumen des Turms vermischt.
bis 19. Oktober 2025, Martinsturm, Martinsgasse 2b

 

Nicole Weniger, Tutto Passa, 2024, Fine Art Print © Bildrecht, Wien 2025

Nicole Weniger, Tutto Passa, 2024, Fine Art Print © Bildrecht, Wien 2025

Die Sinnlichkeit liegt irgendwo dazwischen
Nicole Weniger
Nicole Weniger erforscht in ihren fotografischen und installativen Arbeiten die Beziehung zwischen Körper, Raum und Erinnerung. In „Die Sinnlichkeit liegt irgendwo dazwischen“ verwebt sie Landschaft, Körper und Erinnerung zu poetischen Setzungen über Zugehörigkeit und Wandel. Behausungen, Zelte und skulpturale Spuren markieren Orte des Verschwindens und eröffnen zugleich neue Formen von Präsenz.
bis 4. Oktober 2025, Bildraum Bodensee, Seestraße 5

Content
Elias Hirschl
Mit einer Mischung aus Humor und Gleichgültigkeit gehen die Mitarbeitenden von Smile Smile Inc. ihrer Lohnarbeit nach. In einem sterilen Büro sitzen sie an Schreibtischen und produzieren täglich neuen „Content“: Clickbait-Artikel, Reaction-Videos, AI-generierte Slideshows – alles, was Klicks bringt. Angeleitet werden sie von einem Manager, der ihre Motivation durch Methoden der positiven Psychologie aufrechterhalten will. Zwischen Bullshit-Bingo, Coaching-Slogans und Feel-Good-Initiativen geraten die Grenzen zwischen Echtheit und Inszenierung, zwischen Bedeutung und Leere immer mehr ins Wanken. Satirisch schaut Elias Hirschl in eine allzu nahe Zukunft und auf ihr kaputtes soziales Netz. Zugleich kreiert er darin Figuren, die füreinander da sein wollen und lieben können – trotz allem. Koproduktion mit dem Schauspielhaus Wien
18., 19., 20., 24., 25. und 26. September 2025, Theater Kosmos

Content, Schauspielhaus Wien © Ines Bacher

Content, Schauspielhaus Wien © Ines Bacher

Wald
Miriam V. Lesch
Auf A.´s Balkon ist über Nacht ein Baum gewachsen. Kein kleines Pflänzchen, ein richtiger Baum. Nervige Sache, denn A. hat eigentlich anderes zu tun. Leider ist die städtische Gärtnerei für Balkone nicht zuständig und das Forstamt hat keine Zeit. Nach und nach bemerkt man: Überall in der Stadt, nein, in ganz Mitteleuropa tauchen plötzlich ausgewachsene Bäume auf, mitten in urbanen Zentren: Nun bahnen sich Baumwurzeln, unterirdische Myzel-Verbindungen und Kleinstlebewesen einen Weg durch den Unterbau der Stadt; dagegen haben Glasfaser und Co. nicht den Hauch einer Chance. Nationaldenkmäler wie der Eiffelturm sind bald überwuchert – die Rückeroberung Europas durch den Wald beginnt. Die Menschen müssen weichen, und so bleibt nur radikale Anpassung an die Natur oder die Flucht in den globalen Süden, wo es für die Bäume zu heiß ist, denn: „Für eine einzige Spezies braucht ihr viel zu viel Platz.”
Leschs Gespür für absurde Situationen, in denen Bambi, Cäsar und der römische Chronist Plinius selbstverständlich nebeneinander auftreten, sorgt dafür, dass das Stück mit feinem Humor ganz aktuelle Fragen wie Klimakatastrophe, Flucht oder Wohnen in der Stadt behandelt. Sprachlich webt die Autorin mühelos sehr poetische Passagen, in denen sie den Wald selbst als Bäume, Pilze, Käfer sprechen lässt, in das Geschehen.
16. bis 18. Oktober 2025, Theater Kosmos

WAGEN.PROJECTS WGN
Im öffentlichen Raum trifft ganz Bregenz aufeinander. „Wagen. Projects“ diskutiert mit unterschiedlichen Aktionen an diversen Orten die Stadt, Plätze, ihre Architektur, ihre Bevölkerung, ihre Geschichte und ihre Räume. Ein transformatives mobiles Objekt markiert den Aktionsraum und kombiniert künstlerische Positionen mit sozialen Impulsen.
Maurachgasse 1, EG & öffentlicher Raum der Stadt Bregenz
Programm und Informationen auf www.wgnprojects.org

www.bregenz.gv.at/kultur/kultursommer-25