Erstmals seit über zwei Jahrzehnten wird das radikale Werk von Helen Chadwick in seiner ganzen Bandbreite präsentiert. Im Dialog mit der zeitgenössischen Bildhauerin Liesl Raff entfaltet sich eine sinnliche Ausstellung über Körper, Material und das Hybride – zwischen Blühen, Vergehen und Erneuerung.

Die Ausstellung widmet sich dem wegweisenden Œuvre der britischen Künstlerin Helen Chadwick, deren Arbeiten seit den 1980er-Jahren die Grenzen zwischen Skulptur, Performance und Installation neu definierten. Mit einer kompromisslosen Sinnlichkeit erforschte Chadwick die natürliche Welt, Körperlichkeit und das Verhältnis von Schönheit und Groteske. Immer wieder griff sie auf Motive des Blühens zurück – nicht als idealisierte Metapher, sondern als Prozess zwischen Wachstum, Verfall und Transformation.

Im Obergeschoss entfaltet sich eine umfassende Retrospektive ihres Werks, die ihre künstlerische Entwicklung von frühen Arbeiten bis zu ikonischen Serien nachzeichnet. Materialien wie Blumen, Fleisch, Schokolade oder Körperflüssigkeiten werden dabei zu poetischen wie provokanten Bedeutungsträgern. Chadwicks feministische Perspektive verbindet handwerkliche Präzision mit Witz und einer kritischen Auseinandersetzung mit Wissenschaft und Kulturgeschichte.

In einen lebendigen Dialog tritt Chadwicks Werk mit den Skulpturen von Liesl Raff. Deren zeitgenössische Praxis arbeitet mit offenen Strukturen, Übergängen und Stützformen und macht Materialität als etwas Prozesshaftes erfahrbar. Raffs Arbeiten reagieren tastend auf Chadwicks Denken des Hybriden und eröffnen neue Lesarten von Körper, Sprache und Raum. Ergänzt wird die Ausstellung durch performative Momente und Live-Events, die den Ausstellungsraum als lebendiges, sich wandelndes Gefüge begreifen.
21. März bis 20. September 2026

www.museum-joanneum.at