Mit Max Pechstein widmet das Lentos Kunstmuseum Linz einem der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus eine große Retrospektive. Die Ausstellung zeichnet den Weg eines Künstlers nach, der sein Leben lang nach neuen Ausdrucksformen suchte und dabei zwischen Ostsee, Südsee, Berlin und Dresden zu einer unverwechselbaren Bildsprache fand.

Rund 150 Werke eröffnen einen umfassenden Blick auf Pechsteins Schaffen – von seinen frühen Jahren in der Künstlergruppe „Brücke“ über die prägende Südseereise bis hin zu seinem Spätwerk nach 1945. Expressive Farben, intensive Naturerfahrungen und die Faszination für fremde Kulturen prägen seine Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken. Dabei wird deutlich, wie sehr Pechstein die Möglichkeiten der modernen Kunst auslotete und zugleich stets mit seiner Umgebung und den Menschen in Beziehung blieb.

Max Pechstein, Bildnis Marta, 1949, Max Pechstein Stiftung © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum

Max Pechstein, Bildnis Marta, 1949, Max Pechstein Stiftung © 2026 Pechstein – Hamburg / Berlin Foto © Foto-Atelier LORENZ, Zschorlau; KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum

Die Ausstellung beleuchtet jedoch nicht nur das künstlerische Werk, sondern auch die Rahmenbedingungen seiner Entstehung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Beziehung zum Kunsthändler Wolfgang Gurlitt, dessen Wirken eng mit der Geschichte des Lentos verbunden ist. Anhand dieser Verbindung werden Fragen nach Förderung, Kunstmarkt und Sammlungsgeschichte ebenso sichtbar wie die komplexen Netzwerke, in denen Kunst entsteht und vermittelt wird.

In vier Themenkapiteln entfaltet sich ein vielschichtiges Bild des Künstlers und seiner Zeit. Hochkarätige Leihgaben aus den Kunstsammlungen Zwickau – Max-Pechstein-Museum sowie Werke aus der Sammlung des Lentos machen die Entwicklung eines Malers nachvollziehbar, der zu den wichtigsten Stimmen des Expressionismus zählt. Die Ausstellung zeigt dabei nicht nur einen prägenden Künstler der Moderne, sondern macht auch deutlich, wie eng Kunst, Biografie und Zeitgeschichte miteinander verwoben sind.
23. April bis 30. August 2026

www.lentos.at