Schon bald nach seiner Gründung 1949 durch Eugen Jochum entwickelte sich das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) zu einem international hochgeschätzten Orchester, dessen Ruhm sich nicht zuletzt durch die intensive Reisetätigkeit schnell verbreitete. Den verschiedenen programmatischen Schwerpunkten der bisherigen Chefdirigenten sowie der großen Flexibilität und Stilsicherheit jedes einzelnen Musikers und jeder einzelnen Musikerin verdankt das Orchester sein außergewöhnlich breit gefächertes Repertoire und sein beeindruckendes Klangspektrum.

Im Violinthema des ersten Satzes von Haydns Streichquartett B-Dur op. 76/4, das sich über einem langen Akkord der anderen Stimmen in die Hohe schraubt, meint man, die aufgehende Sonne zu hören. Deshalb erhielt das Werk den Beinamen Der Sonnenaufgang, und in ihrer suggestiven Klangsprache nimmt Haydns Musik hier schon fast vorromantische Züge an. Quasi als Nachklang der Romantik steht Anton Weberns Langsamer Satz für Streichquartett auf dem Programm.
Ganz anders hingegen zeigt sich der Komponist in seinen „Sechs Bagatellen”. In ihrer lapidaren Kürze verzichten diese Miniaturen auf alles Nebensächliche, und mit nur wenigen Tönen wird etwas angedeutet, das jeder Zuhörer selbst weiterdenken kann. Schumanns Klavierquintett schließlich ist nicht nur eines seiner berühmtesten Werke, sondern auch das Stück, durch das die Gattung Klavierquintett überhaupt erst begründet wurde – »ein Werk voll Kraft und Frische«, wie Clara Schumann schwärmte.

Programm:
Joseph Haydn: Quartett B-Dur, op. 76/4 – »Der Sonnenaufgang«
Anton Webern: Sechs Bagatellen für Streichquartett, op. 9
Anton Weber: Langsamer Satz für Streichquartett
Robert Schumann: Klavierquintett Es-Dur, op. 44
29. Oktober 2022

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