In „Die Ritter des Mutterkorns. Eine psychedelische Klamotte“ entführen Rocko Schamoni und Jörg Pohl das Publikum in ein absurdes Universum zwischen Wissenschaft, Politik und bewusstseinserweiternder Fantasie. Das Stück beginnt mit einem historischen Moment: Am 29. April 2008 nimmt der legendäre Entdecker des LSD auf seinem Sterbebett einen letzten Trip ein – nicht als Flucht, sondern als Vermächtnis. Sein Auftrag an einen geheimen Zirkel von Psychonauten ist ehrgeizig: Sie sollen sein Lebenswerk vollenden und mit Hilfe einer neuen Substanz, der Friedensdroge LSD-1000, die Welt retten. Doch wie so oft in Geschichten über große Ideen geraten Visionen schnell in die falschen Hände.

Aus einer utopischen Mission wird eine rasante Jagd durch geheime Forschungslabore, politische Hinterzimmer und die unübersichtlichen Labyrinthe globaler Machtstrukturen. Schamoni und Pohl verbinden dabei satirische Gesellschaftskritik mit anarchischem Humor und spielen virtuos mit der Frage, wer überhaupt Zugang zu Erkenntnis und Erleuchtung erhält. Während sich die Figuren auf die Suche nach der legendären Formel machen, wird die Suche nach Wahrheit selbst zum zentralen Motiv – ein Thema, das zwischen wissenschaftlicher Neugier, kapitalistischen Interessen und spirituellen Sehnsüchten oszilliert.

Die Ritter des Mutterkorns © Ringo Höhn

Die Ritter des Mutterkorns © Ringo Hoehn

Die Inszenierung ist weniger ein klassisches Drama als eine theatralische Expedition in die Grenzbereiche von Realität und Vorstellungskraft. Mit anarchischem Witz, musikalischen Elementen und einem schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Erzählstilen entsteht ein theatraler Trip, der sowohl politische als auch kulturelle Fragen aufwirft. Dabei wird die Geschichte der psychedelischen Bewegung ebenso reflektiert wie die Sehnsucht des Menschen nach Heilung, Frieden und kollektiver Veränderung.
Das Publikum wird in eine Welt jenseits der gewohnten Wahrnehmung eingeladen – eine Welt, in der wissenschaftliche Formeln, Machtfantasien und spirituelle Visionen aufeinanderprallen. „Die Ritter des Mutterkorns“ ist damit mehr als eine Komödie: ein wilder Ritt durch Basel, durch die Geschichte der Gegenkultur und durch die Abgründe menschlicher Utopien.
23. und 27. März, 13. und 18. April, 15., 17. und 31. Mai, 8. und 14. Juni 2026
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