Mit Lorin Maazels „1984“ bringt das Theater Vorpommern im Januar 2027 George Orwells berühmte Dystopie als große Oper auf die Bühne. Überwachung, Manipulation und die Kontrolle über Sprache und Wahrheit stehen im Zentrum eines Musiktheaterwerks, dessen Ausgangspunkt zwar ein Roman aus dem Jahr 1949 ist, dessen Fragen aber bis in die Gegenwart reichen.

Ozeanien ist ein Staat, in dem die Partei nahezu jeden Bereich des menschlichen Lebens kontrolliert. Über allem steht die allgegenwärtige Figur des Big Brother. Überwachung gehört zum Alltag, individuelle Gedanken können zum Verbrechen werden und selbst die Vergangenheit wird ständig an die Bedürfnisse der Herrschenden angepasst.
Winston Smith arbeitet ausgerechnet im Ministerium für Wahrheit. Seine Aufgabe besteht darin, historische Dokumente so zu verändern, dass sie stets mit der aktuellen Version der Partei übereinstimmen. Doch hinter seiner angepassten Fassade beginnt Winston zunehmend an dem System zu zweifeln.

Heimlich führt er ein Tagebuch und versucht damit, seine eigenen Gedanken und Erinnerungen festzuhalten. Als er Julia begegnet, entwickelt sich aus seinem inneren Widerstand schließlich auch eine verbotene Liebesgeschichte. In einer Welt, in der selbst private Gefühle der Kontrolle des Staates unterliegen, wird ihre Beziehung zu einem Akt des Widerstands.

Doch Ozeaniens Überwachungsapparat lässt kaum Raum für ein Leben außerhalb der vorgegebenen Ordnung. Winston und Julia geraten immer tiefer in einen Konflikt mit einem System, das nicht nur ihre Handlungen kontrollieren will, sondern letztlich auch darüber bestimmen möchte, was sie denken, fühlen und für wahr halten.

Lorin Maazel brachte George Orwells Roman 2005 als Oper auf die Bühne. Das Libretto von J. D. McClatchy und Thomas Meehan verdichtet die dystopische Welt des Romans zu einem Musiktheater in drei Akten. Wuchtige Klangmassen und drängende Dissonanzen machen Überwachung und Bedrohung musikalisch spürbar, während intimere Passagen Winstons und Julias Sehnsucht nach persönlicher Freiheit gegenüberstellen.

Am Theater Vorpommern übernimmt Christian von Götz die Inszenierung, die musikalische Leitung liegt bei Alexander Mayer. Bühne und Kostüme gestaltet Martin Scherm. Maciej Kozłowski ist als Winston Smith zu erleben, Antje Bornemeier als Julia und Sotiris Charalampous als O’Brien. Die Oper wird in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln gespielt.

Damit wird „1984“ zu einem Opernabend über die Macht von Sprache und Information, die Zerbrechlichkeit individueller Freiheit und die Frage, was vom Menschen übrig bleibt, wenn ein politisches System nicht mehr nur sein Verhalten, sondern auch sein Bewusstsein kontrollieren möchte.
Premiere 23. Januar 2027
weitere Aufführungen: 31. Januar und 3. April 2027

www.theater-vorpommern.de