Mit Peter Shaffers „Amadeus“ bringt das Staatsschauspiel Dresden im Oktober 2026 einen modernen Theaterklassiker über Genie, Neid und die zerstörerische Kraft des Vergleichs auf die Bühne des Schauspielhauses. Im Mittelpunkt stehen Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Salieri – zwei Komponisten, deren historisch überlieferte Lebenswege Shaffer zu einem psychologischen Drama über Kunst, Anerkennung und Rivalität verdichtet.
Schauplatz ist das Wien des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Antonio Salieri hat sich als kaiserlicher Hofkompositeur etabliert und genießt Anerkennung und gesellschaftliches Ansehen. Sein Leben scheint einer klaren Ordnung zu folgen – bis Wolfgang Amadeus Mozart am Wiener Hof erscheint.
Mozarts außergewöhnliche Begabung erschüttert Salieri. Er erkennt in der Musik des jüngeren Komponisten eine Qualität, nach der er selbst sein ganzes Leben gestrebt hat. Gleichzeitig widerspricht Mozarts unangepasstes Auftreten vollkommen Salieris Vorstellung davon, wem eine solche Begabung eigentlich zustehen sollte. Bewunderung verwandelt sich zunehmend in Kränkung und Ressentiment.
Damit wird die Beziehung der beiden Männer zum Ausgangspunkt einer existenziellen Auseinandersetzung. Salieri beginnt nicht nur an seiner eigenen Bedeutung, sondern auch an seinem Glauben an eine gerechte göttliche Ordnung zu zweifeln. Während Mozart scheinbar mühelos jene Musik erschafft, die Salieri selbst niemals erreichen kann, wächst in diesem der Wunsch, seinen Konkurrenten zu Fall zu bringen.
Peter Shaffer griff für sein 1979 uraufgeführtes Schauspiel die Legenden rund um Mozart und Salieri auf, ohne daraus eine historische Dokumentation machen zu wollen. Vielmehr nutzt er die beiden Komponisten für ein Künstlerdrama über die Begegnung mit außergewöhnlicher Begabung und die Frage, was geschieht, wenn Bewunderung und Selbstzweifel untrennbar miteinander verbunden sind.
Am Staatsschauspiel Dresden inszeniert Hausregisseurin Daniela Löffner den Theaterklassiker. Bühne und Kostüme gestaltet Claudia Kalinski, weitere Kostüme stammen von Daniela Selig, die Musik von Matthias Erhard. Zum Ensemble gehören unter anderem Nahuel Häfliger, Jonas Holupirek, Sven Hönig, Holger Hübner, Raiko Küster, Hanni Lorenz, Anna-Katharina Muck, Friederike Ott und Lukas Vogelsang. Tobias Hechler übernimmt den Live-Gesang, ergänzt durch Live-Musik von Mylène Kroon und Almut Lustig.
Premiere 17. Oktober
weitere Aufführungen: 26. Oktober sowie 7. und 22. November 2026

