Im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026 verwandelt sich das KunstHausWien in einen Ort des Nachdenkens über Verlust und Hoffnung. Unter dem Leitmotiv Unspeakable Worlds bringt die Biennale Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen und eröffnet neue Perspektiven auf die Klimakrise als komplexes, global verflochtenes Phänomen. Die Ausstellung I Wish We Had More Time des Institute of Queer Ecology verbindet dabei ökologische Fragestellungen mit gesellschaftlichen und emotionalen Erfahrungsräumen.
In seiner ersten großen Einzelausstellung untersucht das Kollektiv die vielschichtigen Dimensionen von Verlust – ökologisch, sozial und relational. Dabei wird deutlich, dass Klimaveränderungen nicht nur Landschaften, sondern auch Beziehungen zwischen Arten, Kulturen und Erinnerungen verändern. Gestörte Symbiosen in der Natur spiegeln sich in einem empfindlichen Gleichgewicht zwischen Mensch und Umwelt wider. Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung Brüche in queeren Geschichts- und Erzähltraditionen, etwa im Kontext gesellschaftlicher Krisen wie der AIDS-Epidemie, die kollektive Erinnerung und kulturelle Sichtbarkeit nachhaltig geprägt haben. Das Institute of Queer Ecology versteht sich als sich stetig entwickelnder, kollaborativer Organismus.

The Institute of Queer Ecology, Still aus Metamorphosis, Episode 3: Emergence, 2020, Courtesy: The Institute of Queer Ecology und DIS, New York
Basierend auf den Konzepten der Queer Ecology untersucht das Kollektiv Verbundenheit jenseits anthropozentrischer Hierarchien. Menschliche und nichtmenschliche Lebensformen werden als Teil eines gemeinsamen ökologischen Netzwerks gedacht, in dem Intimität, Abhängigkeit und Koexistenz zentrale Rollen spielen. Ziel ist es, alternative Zukunftsmodelle zu entwerfen, die ökologische und soziale Gerechtigkeit miteinander verbinden. Die ortsspezifische Installation arbeitet mit poetischen Bild- und Raumerfahrungen, die das Thema Verlust nicht nur wissenschaftlich, sondern auch emotional zugänglich machen. Verpasste Begegnungen, zeitliche Verschiebungen und das Gefühl von Sehnsucht werden zu zentralen Motiven. So entstehen narrative Räume über Beziehungen zwischen Arten, über Migration, Anpassung und das fragile Gleichgewicht natürlicher Zyklen. Kuratiert wird die Ausstellung von Stephan Kuss und Veronika Hackl. Sie zeigt, wie zeitgenössische Kunst als Plattform für ökologische und gesellschaftliche Reflexion dienen kann – und lädt dazu ein, über mögliche gemeinsame Zukünfte nachzudenken, in denen Vielfalt, Fürsorge und Vernetzung im Mittelpunkt stehen.
10. April bis 9. August 2026
www.kunsthauswien.com

The Insitute of Queer Ecology, Yesterday, Today, Tomorrow (Zapopan), 2025, Ausstellungsansicht behind the arctic lies a paradies, MAZmueso, Foto: Lazarillo/MAZ







