Mit Giuseppe Verdis „Rigoletto“ eröffnet das Volkstheater Rostock im Oktober 2026 seine neue Musiktheatersaison. Eine der bekanntesten Opern des italienischen Repertoires erzählt von Machtmissbrauch, Rache und der verzweifelten Liebe eines Vaters zu seiner Tochter – und enthält mit „La donna è mobile“ zugleich eine der berühmtesten Tenorarien der Operngeschichte.

Im Mittelpunkt steht Rigoletto, der Hofnarr des Herzogs von Mantua. Mit Spott und Zynismus kommentiert er das Leben am Hof und macht sich zugleich zum Komplizen seines skrupellosen Herrn. Der Herzog kennt kaum moralische Grenzen und betrachtet die Frauen in seiner Umgebung vor allem als Objekte seiner Begierde.
Rigoletto selbst führt jedoch ein verborgenes Privatleben. Seine Tochter Gilda hält er von der verdorbenen Welt des Hofes fern und versucht, sie mit aller Macht zu beschützen. Doch gerade der Mann, dessen Verhalten Rigoletto immer wieder unterstützt hat, wird schließlich zur größten Gefahr für sie.

Als der Herzog Gilda entdeckt, setzt sich eine verhängnisvolle Entwicklung in Gang. Die junge Frau verliebt sich in ihn, ohne zunächst seine wahre Identität zu kennen. Gleichzeitig entführen Höflinge Gilda, weil sie sie irrtümlich für Rigolettos Geliebte halten. Für den Hofnarren wird aus dem zynischen Spiel, das er bislang aus sicherer Entfernung begleitet hat, plötzlich bitterer Ernst.
Über allem liegt der Fluch des Grafen Monterone. Nachdem Rigoletto auch dessen Schicksal verspottet hat, verflucht dieser den Hofnarren. Von nun an scheint jede Entscheidung Rigoletto seinem eigenen Untergang und schließlich einer Tragödie entgegenzuführen, die ausgerechnet jenen Menschen trifft, den er am stärksten beschützen wollte.

Giuseppe Verdi komponierte „Rigoletto“ nach Victor Hugos Schauspiel „Le roi s’amuse“. Die 1851 in Venedig uraufgeführte Oper entwickelte sich zu einem seiner größten Erfolge. Verdi selbst faszinierte insbesondere die widersprüchliche Titelfigur: ein Mann, der gleichzeitig Täter und Opfer, zynischer Außenseiter und liebender Vater ist.

Für die Rostocker Neuproduktion kehren Regisseur Christian Poewe und Ausstatterin Wiebke Horn ans Volkstheater zurück. Gemeinsam hatten sie bereits die dortige „Tosca“-Inszenierung auf die Bühne gebracht. Die musikalische Leitung übernimmt Svetlomir Zlatkov. In der Titelpartie sind Lucia Lucas und Jaehwan Shim vorgesehen, Gilda wird unter anderem von Agostina Migoni gesungen und Hyunsik Shin übernimmt die Partie des Herzogs.
Premiere 2. Oktober 2026
weitere Aufführungen: 4., 9. und 30. Oktober, 15. November, 4. Dezember 2026 sowie 24. Januar 2027

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