Musik spielt bei den Festwochen 2024 in vielerlei Hinsicht eine tragende Rolle! Wir dürfen Ihnen deshalb vorab zwei musikalische Großproduktion präsentieren, die sich – in trauriger Aktualität – mit Antisemitismus, Krieg ebenso auseinandersetzen wie mit Völkerverständigung und Versöhnung: Kaddish Requiem „Babyn Jar“ und War Requiem.

Kaddish Requiem „Babyn Jar“
Auf dem heutigen Gebiet der ukrainischen Hauptstadt Kyiv wurden 1941 in der Schlucht Babyn Jar über 33.000 Jüdinnen und Juden von deutschen Nationalsozialisten ermordet. Es ist das größte Einzelmassaker des Zweiten Weltkriegs in Europa. Die Identität unzähliger Opfer ist bis heute nicht geklärt. In Erinnerung daran schrieb der ukrainische Komponist Jevhen Stankovych das Kaddish Requiem „Babyn Jar“ für Sprecher, Solisten, Chor und Orchester, das 2016 in der Nationaloper in Kyiv uraufgeführt wurde. Mit der Aufführung des Werks bei den Wiener Festwochen spannt die international renommierte ukrainische Dirigentin Oksana Lynivgemeinsam mit dem Kyiv Symphony Orchestraeinen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart und zeigt, dass Erinnerung eine Arbeit an der Zukunft ist.
2. Juni 2024, Wiener Konzerthaus

© Nikita Chuntomov 

© Nikita Chuntomov

War Requiem
Benjamin Brittens Komposition War Requiem op. 66 ist ein mahnender Protest für den Frieden und gegen jede Form von Unmenschlichkeit. 1962 in Erinnerung an den Luftangriff Nazi-Deutschlands auf das englische Coventry uraufgeführt, gilt es bis heute als eines der beeindruckendsten und bewegendsten musikalischen Werke der Versöhnung. Der kompositorische Aufbau wurde als „geniale Eingebung“ beschrieben: lateinische Texte der christlichen Totenmesse stehen im Wechsel mit Gedichten über „das Leid des Krieges“ des Briten Wilfred Owen, der zwei Wochen vor Ende des Ersten Weltkriegs starb. Das monumentale Werk für zwei Orchester, Chor und Kinderchor, Gesangssolistinnen und Gesangsolisten und Orgel ist bei den Wiener Festwochen unter der musikalischen Leitung von Teodor Currentzis zu erleben.
12. Juni 2024, Burgtheater

Die beiden Requien sind im ABO zum ermäßigten Preis von 135 € erhältlich.

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