Das Stift Millstatt – ein Ort, der Geschichte atmet und Gegenwart lebt. Zwischen barocker Ruhe und künstlerischer Spannung ist es zu einem pulsierenden Knotenpunkt zeitgenössischer Kunst in Oberkärnten geworden. Einen wesentlichen Anteil daran haben Andrea K. Schlehwein, Choreografin, Tanznetzwerkerin und Kuratorin, sowie Eleonore Schäfer, Galeristin mit internationalem Blick und präzisem Gespür für die Bildkraft der Gegenwart. Gemeinsam führen sie die Galerie „schäfer+schlehwein”, die mit ihren klar kuratierten Projekten seit Jahren Maßstäbe im Zusammenspiel von Raum, Bewegung und Bild setzt.

Mit der aktuellen Ausstellung „TRIPTYCHA“ öffnet sich der über 250 Quadratmeter große ART SPACE im historischen Stift Millstatt einer besonderen künstlerischen Versuchsanordnung. Werke von Achim Freyer, Ha Haengeun, Alexandra Huber, Robert Kabas, Tim van den Oudenhoven, Nae Zerka und weiteren internationalen Positionen treten in dreifache Konstellationen – Triaden aus Form, Farbe und Bedeutung. Jede dieser Dreiergruppen ist ein offener Denkraum, ein visuelles Experiment über Nähe, Fremdheit und die fragile Balance dazwischen.

Nae Zerka, Die stille Ahnung vom Verschwinden, 2025, Softpastel, Giclee Print auf Fine-Art-Paper © Galerie „schäfer+schlehwein”, 2025

Nae Zerka, Die stille Ahnung vom Verschwinden I, 2025, Softpastel, Giclee Print auf Fine-Art-Paper, Galerie schäfer+schlehwein, 2025

Das Konzept der Ausstellung greift das Triptychon als Form und Idee neu auf. Ursprünglich als Altarbild des 15. Jahrhunderts entstanden, wird es hier zum zeitgenössischen Denkrahmen: Die drei Arbeiten bilden keine hierarchische Einheit, sondern ein Spannungsfeld. Zwischen den Werken entstehen „Nicht-Grenzen“, fließende Übergänge, in denen die Betrachtenden den unsichtbaren Faden spinnen, der die Werke miteinander verbindet. Die Dialoge, die daraus entstehen, sind leise, geistig und hochaktuell.
In einer Zeit, in der Nachbarschaft nicht mehr gewählt, sondern gelebt wird – ob physisch im urbanen Raum oder digital im globalen Web –, spiegelt „TRIPTYCHA“ die neue Realität der Koexistenz. Das Nebeneinander der Werke wird zur Metapher für die Gleichzeitigkeit von Differenz und Gemeinsamkeit. Malerei, Zeichnung, Objekt und Fotografie begegnen sich auf Augenhöhe, fordern einander heraus, verschränken sich im Blick der Besucherinnen und Besucher.

Ha Haengeun, Inner Cosmos, 2025 © Galerie schäfer+schlehwein, 2025

Ha Haengeun, Inner Cosmos, 2025, Galerie schäfer+schlehwein, 2025

Was bleibt, ist ein stilles Staunen über die Energie, die aus der Begegnung entsteht. Jedes Kunstwerk behält seine Eigenständigkeit – und doch verändert es sich, sobald es in Beziehung tritt. So wird der Raum selbst zum Resonanzkörper, in dem Kunst und Wahrnehmung ineinander übergehen.
Mit „TRIPTYCHA“ gelingt der Galerie „schäfer+schlehwein” einmal mehr eine Ausstellung, die nicht nur zeigt, sondern denkt – die sinnlich berührt und intellektuell fordert. Ein poetisches Statement über die Macht des Dazwischen, über das Sehen als schöpferischen Akt und über die Kunst als Ort gelebter Vielstimmigkeit.

TRIPTYCHA
2. Oktober bis 15. November 2025
Galerie Galerie „schäfer+schlehwein”im ART SPACE Stift Millstatt
Geöffnet: Donnerstag, Freitag, Samstag, 15–18 Uhr
www.schaefer-schlehwein.com

Alexandra Huber, learning house, 2015, MT Holz, Klappbild geöffnet, Galerie schäfer+schlehwein, 2025

Alexandra Huber, learning house, 2015, MT Holz, Klappbild geöffnet, Galerie schäfer+schlehwein, 2025