Die Ausstellung rückt Werke der Malerei und Grafik aus der Sammlung des BLMK in den Fokus, die Gesellschaftsprozesse und das Zeitgeschehen der 1980er Jahre reflektieren.

In den 1980er Jahren war die Kulturpolitik der DDR geprägt von einem oft widersprüchlichen Zusammenspiel aus revolutionärem Aufbegehren, Endzeitstimmung bis hin zu temporärer Anarchie. Das stellte für viele Künstler*innen eine existenzielle Gratwanderung dar. Ihre Wege verliefen vielfältig und eigenständig bzw. eigensinnig, häufig jedoch im Spannungsfeld zwischen Anpassung, innerer Abkehr und Rebellion. Freiräume für experimentelle Kunstformen konnten erkämpft werden. Kritische Bildinhalte fanden zunehmend Aufnahme in offizielle Ausstellungen.

Diese Ausstellung rückt Werke der Malerei und Grafik aus den 1980er Jahren aus der Sammlung des BLMK in den Fokus. Innerhalb der DDR offenbarte sich trotz allem eine facettenreiche Kunstlandschaft. Die Komplexität im Heterogenen und die Ausdifferenzierung des „Kunst-Möglichen“ ist erstaunlich. Eine stilistische Orientierung am Formenkanon der Klassischen Moderne ist ebenso zu entdecken, wie tollkühn übersteigerte Expressivität oder die Abkehr von der Figuration und das Zelebrieren der freien Abstraktion. Es geht mal nahe am Realismus, aber auch surreal verschlüsselt und herausfordernd ambigue zu. In kritischen Bildinhalten wird das Zeitgeschehen mutig reflektiert. Zu erleben sind figurative Arbeiten – Köpfe, Porträts und Ganzfigurenbilder – Werke, die Gesellschaftsprozesse reflektieren, Interieurs und Stillleben, aber auch Arbeiten zum großstädtischen Flair oder zur Sehnsucht nach exotischen Fernzielen.
23. November 2025 bis 25. Januar 2026

www.blmk.de