Mit Alessandro nell’Indie kehrt eine barocke Opernsensation auf die Bühne des MusikTheater an der Wien zurück: Leonardo Vincis lange vergessenes Meisterwerk verbindet historische Dramatik mit virtuoser Vokalkunst. In der farbenprächtigen Inszenierung von Max Emanuel Cencic entfaltet sich ein emotionsgeladenes Spiel aus Liebe, Macht und Verzicht – getragen von einem außergewöhnlichen Ensemble führender Countertenöre.

Der Komponist Leonardo Vinci war der exzentrische Star der neapolitanischen und römischen Oper der 1720er-Jahre, dessen Werke nahezu vollkommen vergessen waren, bis eine Konzertaufführung seiner letzten Oper Artaserse die Begeisterung für seine Musik vor einigen Jahren neu entfachte. Vincis vorletzte Oper Alessandro nell’Indie blieb ebenfalls fast 300 Jahre unaufgeführt, bis der Sänger und Regisseur Max Emanuel Cencic sie 2022 beim Bayreuth Baroque Opera Festival erstmals wieder auf die Bühne brachte. Dabei ist die 1730 in Rom uraufgeführte Oper, die von dem Feldzug Alexanders des Großen (Alessandro) nach Indien handelt, die erste Vertonung eines der erfolgreichsten Libretti von Pietro Metastasio.

Darin liebt Alexander die indische Königin Cleofide, die jedoch ihr Herz bereits dem von Alexander besiegten König Poro versprochen hat. Daraus entspinnt sich ein emotionsgeladenes Drama zwischen Liebe, Intrige, Eifersucht und Verzicht. Da Frauen im 18. Jahrhundert im Kirchenstaat nicht öffentlich auftreten durften, komponierte Vinci Alessandro nell’Indie ausschließlich für männliche Sänger. Augenzwinkernd spielt Max Emanuel Cencic in seiner Inszenierung mit den opulenten Mitteln des barocken Theaters und erzählt die verwickelte Handlung im Stil einer Bollywood-Revue. Dazu versammelt sich ein spektakuläres Ensemble aus gleich fünf der besten Countertenöre der jüngeren Generation: Bruno de Sá, Dennis Orellana, Maayan Licht, Jake Arditti und Nicholas Tamagna werden zu erleben sein, sowie der Tenor Stefan Sbonnik.
Premiere 10. April
weitere Aufführungen: 12., 14., 17., 19. und 21. April 2026

 

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