In Frieden tun wird Frieden nicht als Zustand, sondern als gestaltbarer Prozess gedacht: eine vielstimmige Auseinandersetzung mit Gerechtigkeit, Demokratie und Geschlechterverhältnissen, die historische Erinnerung und aktuelle Lebensrealitäten miteinander verknüpft.

Unter dem Titel Frieden tun öffnet das Frauenmuseum Hittisau einen Raum für das Nachdenken über Frieden als gesellschaftliches und persönliches Ringen. Die Ausstellung begreift Frieden nicht als fertige Utopie, sondern als fortwährenden Prozess, der in seinem Kern von Gerechtigkeit, demokratischer Teilhabe und dem Zusammenspiel von Machtstrukturen geprägt ist. Ausgangspunkt ist das 500-jährige Gedenken an die Bauernkriege von 1525, doch der Blick reicht weit über historische Ereignisse hinaus und führt in gegenwärtige Fragen des Zusammenlebens.

Die Schau stellt zentrale Fragen: Wer hat Zugang zu Macht? Wer definiert Freiheit? Wer entscheidet, wann ein Krieg endet und Frieden beginnt? Nicht als abstrakte Theorien, sondern als konkrete Erfahrungen und Aktionen werden in Frieden tun die vielfältigen Facetten dieses Begriffs erfahrbar. In interaktiven Formaten, künstlerischen Positionen, biografischen Geschichten und historischen Zugängen begegnen Besucherinnen und Besucher Perspektiven von Aktivistinnen, Friedensstifterinnen, Dissidentinnen und Forscherinnen – lokal wie global.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Frauen und marginalisierten Gruppen in Friedensprozessen: nicht nur als Betroffene von Gewalt, sondern als Akteurinnen von Vermittlung, Widerstand und Wiederaufbau. Ihre Netzwerke, Allianzen und Strategien zeigen, wie Zivilcourage und Engagement soziale Räume öffnen und transformieren können. Die Ausstellung lädt dazu ein, vertraute Narrative zu hinterfragen, eigene Erfahrungen einzubringen und Frieden als gestaltbare Praxis zu verstehen – politisch, persönlich und vielstimmig.
30. November 2025 bis 28. März 2027

www.frauenmuseum.at