Vom 13. Juni bis 12. September 2026 verwandeln die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern das Land zwischen Ostseeküste, Seenplatte und Alleen erneut in eine große, atmende Bühne. Kaum ein anderes Klassikfestival in Deutschland verbindet musikalische Exzellenz so selbstverständlich mit Raum, Licht und Landschaft. Hier erklingt Musik nicht im geschlossenen Saal, sondern in Gutshäusern, Kirchen, Scheunen, Fabrikhallen, Schlossparks und unter freiem Himmel – dort, wo Geschichte spürbar und Gegenwart offen ist.

Der Festspielsommer 2026 steht im Zeichen des Armida Quartetts, das als Preisträger in Residence mit rund 20 Auftritten den dramaturgischen Bogen des Programms spannt. Schon die Eröffnung am 13. Juni 2026 in der Neubrandenburger Konzertkirche setzt ein kraftvolles Signal: Mit der Uraufführung einer eigens beauftragten Festspielouvertüre und Louis Spohrs selten gespieltem Konzert a-Moll für Streichquartett und Orchester trifft das Armida Quartett auf die NDR Radiophilharmonie unter Stanislav Kochanovsky. Ein Auftakt, der das Selbstverständnis der Festspiele bündelt: Neugier, Mut zum Besonderen und höchste musikalische Qualität.

Armida Quartett © Armida Quartett

Armida Quartett © Armida Quartett

Intendantin Ursula Haselböck setzt auch 2026 auf starke künstlerische Persönlichkeiten. In der Reihe „Weltstars in Redefin“ kehrt Hilary Hahn zurück, deren klare, intensive Musikalität seit Jahren zu den Fixpunkten des Festivals zählt. Ein weiteres Glanzlicht: die Sächsische Staatskapelle Dresden mit ihrem neuen Chefdirigenten Daniele Gatti und der Pianistin Beatrice Rana – ein Zusammentreffen von Tradition, Eleganz und souveräner Gegenwart.
Magische Sommerabende versprechen die Open-Air-Konzerte in den Schlossparks. Kent Nagano dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin im Park von Schloss Bothmer, an seiner Seite der junge Pianist Mao Fujita. Musik wird hier zum Landschaftserlebnis, Klassik zum offenen Raum – ein Klang, der sich mit dem Rascheln der Bäume und dem langen Licht des Abends verbindet.

Kent Nagano © Antonine Saito

Kent Nagano © Antonine Saito

Dass die Festspiele auch jenseits des klassischen Repertoires Maßstäbe setzen, zeigt die Reihe „Nicht ganz klassisch“: Die SWR Big Band bringt gemeinsam mit den Queens of Soul große Stimmen und Groove nach Fleesensee, Götz Alsmann sorgt in Wismar und Torgelow für swingende Leichtigkeit und intelligente Unterhaltung.
Ein besonderer Akzent liegt auf Reflexion und Nähe: Beim Themenwochenende „Mythos Orchester“ am 15. und 16. August 2026 auf Schloss Ulrichshusen öffnet die NDR Radiophilharmonie ihre Proben, diskutiert über künstlerische Prozesse und lädt zu einem unmittelbaren Erleben orchestraler Arbeit ein.
Der krönende Abschluss am 12. September 2026 in Wismar gehört Janine Jansen, die mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Alan Gilbert Szymanowskis schwebendes Violinkonzert Nr. 1 interpretiert – ein Finale von leuchtender Intensität.
So wird der Festspielsommer 2026 einmal mehr zu dem, was ihn seit Jahrzehnten auszeichnet: ein Festival, das Musik nicht nur präsentiert, sondern erlebbar macht – sinnlich, offen, leidenschaftlich und tief verankert im Raum, aus dem sie klingt.
13. Juni bis 12. September 2026
https://festspiele-mv.de

Janine Jansen © Marco Borggreve

Janine Jansen © Marco Borggreve