Musik ist Bewegung, Emotion und gelebte Gegenwart. Beim 48. Allegro Vivo Festival verwandelt sich das niederösterreichische Waldviertel erneut in eine klingende Landschaft aus historischen Orten, virtuosen Begegnungen und musikalischen Geschichten. Unter dem Leitmotiv „On Stage“ widmet sich das Festival vom 7. August bis 20. September 2026 der Kunst der Inszenierung – jener besonderen Magie, die entsteht, wenn Raum, Klang und Publikum zu einem gemeinsamen Erlebnis verschmelzen. Mit 55 Konzerten an 28 Spielorten wird das Waldviertel zur größten Musikbühne des Landes, wo Geschichte hörbar wird und Musik selbst zur Erzählform avanciert.

„Musik ist Bühne. Sie lebt von der Inszenierung – vom Augenblick, in dem Raum, Klang und Publikum aufeinandertreffen“, erklärt der künstlerische Leiter Vahid Khadem-Missagh. Unter dem Motto „Zyklus der Begegnungen“ richtet sich der Blick in diesem Jahr besonders auf die musikalischen Lebensadern Süd- und Mitteleuropas. Italien, der Balkan und Österreich treten als kulturell eng verbundene Klangräume in Dialog. „Seit Jahrhunderten prägen ihre Kulturen die Vitalität der Wiener Klassik, die Emotionalität der Romantik und die Vielfalt der Moderne – und damit auch das Festivalprogramm“, so Khadem-Missagh. Gleichzeitig bietet die internationale Sommerakademie jungen Talenten aus aller Welt eine Plattform für künstlerischen Austausch und kreative Zukunftsarbeit.

der künstlerische Leiter Vahid Khadem-Missagh und das Kandinsky Quartett © Allegro Vivo

Der künstlerische Leiter  des Allegro BVivo Kammermusikfestivals Vahid Khadem-Missagh und das Kandinsky Quartett © Allegro Vivo

Das Festival eröffnet mit einer musikalischen Reise nach Italien. Mit Antiche Danze ed Arie von Ottorino Respighi erklingt eine Hommage an das historische Italien, ergänzt durch die Uraufführung eines Doppelkonzerts für Violine, Gitarre und Streichorchester von Tristan Schulze. Im Zentrum stehen dabei Klangfarben, die wie Landschaften wirken – lebendig, atmend, voller Bewegung. Auch Pjotr Iljitsch Tschaikowskis „Souvenir de Florence“ bringt die Sehnsucht nach mediterraner Leichtigkeit in das Festivalorchester Academia Allegro Vivo und entfaltet große romantische Klangarchitektur in historischen Räumen.
Besonders berührend sind die kammermusikalischen Begegnungen in der Stiftsbibliothek von Stift Altenburg, die zur intimen Klangbühne internationaler Künstlerpersönlichkeiten wird. Die Pianistin Elisabeth Leonskaja eröffnet die Konzertreihe mit Werken von Franz Schubert und Johannes Brahms. Weitere Abende führen zu virtuosen Dialogen mit Musik von Tartini, Geminiani oder selten gespielten Werken von Mahler und Pejačević – Musik als emotionale Erinnerung und als Gegenwartserfahrung zugleich.

Galakonzert im Kunsthaus Horn © Schewig Fotodesign

Galakonzert im Kunsthaus Horn © Schewig Fotodesign

Das Festival zeigt sich auch als Bühne für Grenzüberschreitungen. Das Ensemble Uwaga! verbindet Klassik, Jazz, Pop und Balkantraditionen zu einem farbenreichen Klangkosmos. Der Geiger Benjamin Schmid widmet sich dem Mythos des Virtuosen Niccolò Paganini und verbindet klassische Literatur mit improvisatorischer Freiheit. Hier zeigt sich Allegro Vivo als Labor für musikalische Fantasie und spontane Kreativität.
Auch Sprache und Musik treten in Dialog. In Schloss- und Kulturstadeln wird Literatur zu Klangräumen – von Texten Ingeborg Bachmann, E.T.A. Hoffmann und Rainer Maria Rilke, begleitet von musikalischen Improvisationen und kammermusikalischen Miniaturen. So entsteht eine sinnliche Verbindung aus Wort und Ton, Erinnerung und Gegenwart.
Den feierlichen Abschluss bildet der Friedensgedanke mit Arvo Pärts „Da pacem domine“ und Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert in A-Dur. Schließlich erklingt Felix Mendelssohn Bartholdys „Italienische Symphonie“ als musikalische Reise durch Licht, Wärme und Bewegung – ein klangvolles Fest der Lebensfreude.
Allegro Vivo bleibt damit ein Festival der Begegnungen, ein Ort, an dem Musik Geschichten erzählt, Menschen verbindet und Emotionen sichtbar macht. Bühne, Klang und Natur verschmelzen zu einem kulturellen Erlebnis, das weit über den Konzertsaal hinausreicht.
7. August bis 20. September 2026
www.allegro-vivo.at

Konzert am Stadtsee Horn © Schewig Fotodesign

Konzert am Stadtsee Horn © Schewig Fotodesign