Kaum ein Gefühl hat Kunst, Literatur und Musik so nachhaltig geprägt wie die Liebe. Die Ausstellung „Weltmacht Liebe“ im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek widmet sich dieser universellen Emotion und zeigt, wie Menschen sie über Jahrhunderte hinweg erlebt, beschrieben und dargestellt haben.
Die Schau entfaltet ein faszinierendes Panorama menschlicher Beziehungen – von idealisierter und unerfüllter Liebe über leidenschaftliche Hingabe bis hin zu verbotenen oder tragischen Liebesgeschichten. Dabei wird deutlich, dass Liebe weit mehr ist als romantische Zuneigung: Sie kann spirituell, familiär, freundschaftlich oder selbstbezogen sein und bewegt sich stets zwischen Glück und Schmerz, Freiheit und Abhängigkeit.
Anhand kostbarer Handschriften, historischer Dokumente, literarischer Zeugnisse und musikalischer Quellen führt die Ausstellung durch verschiedene Epochen der Kulturgeschichte. Antike Schöpfungsmythen begegnen mittelalterlicher Minnedichtung, Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Schubert stehen neben Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Arthur Schnitzler oder Ingeborg Bachmann. Berühmte Liebesbriefe, Liebeslieder und literarische Meisterwerke zeigen dabei, wie wandelbar und zugleich zeitlos das Thema Liebe ist.
Besonders spannend ist der Blick auf unterschiedliche Vorstellungen von Liebe jenseits gesellschaftlicher Konventionen. Die Ausstellung macht sichtbar, wie sich Rollenbilder, Beziehungsformen und emotionale Ausdrucksweisen im Laufe der Jahrhunderte verändert haben – und wie stark die Liebe bis heute unser Denken und Handeln prägt.
In der prachtvollen Kulisse des barocken Prunksaals entsteht so eine kulturhistorische Reise durch eines der stärksten und widersprüchlichsten Gefühle der Menschheit – eine Emotion, die seit Jahrhunderten Menschen inspiriert, bewegt und herausfordert.
20. März bis 1. November 2026






