Mit Karol Szymanowskis „Król Roger“ bringt die Komische Oper Berlin im Januar 2027 eines der außergewöhnlichsten Werke des frühen 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Wuchtige Chorszenen, impressionistische Klangwelten und rauschhafte Ekstase verbinden sich zu einer Oper über Freiheit, Sinnlichkeit und die Suche nach dem eigenen Ich.
Im Mittelpunkt steht Roger II., König von Sizilien, dessen geordnete Welt durch das Auftauchen eines geheimnisvollen Hirten ins Wanken gerät. Dessen Botschaft von Freiheit, Schönheit und Sinnlichkeit steht im direkten Gegensatz zu den gesellschaftlichen und religiösen Konventionen, die Rogers bisheriges Leben bestimmen. Während seine Umgebung den Fremden als Bedrohung wahrnimmt, wächst die Faszination des Königs.
Was zunächst als Konfrontation zweier Weltanschauungen beginnt, entwickelt sich zunehmend zu einer Reise in Rogers Innerstes. Der Hirte zieht seine Anhänger in einen dionysischen Rausch und zwingt den König damit zugleich, sich seinen eigenen unterdrückten Sehnsüchten zu stellen. Am Ende steht Roger vor der Entscheidung, an den erstarrten Regeln seines bisherigen Lebens festzuhalten oder sich bewusst für sein wahres Selbst zu entscheiden.
Karol Szymanowski schuf mit „Król Roger“ eine der bedeutendsten polnischen Opern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das gemeinsam mit Jarosław Iwaszkiewicz verfasste Libretto verbindet unterschiedliche kulturelle und philosophische Einflüsse mit einer Partitur, die monumentale Chortableaus ebenso kennt wie schillernde, impressionistisch geprägte Klangfarben.
An der Komischen Oper Berlin übernimmt Evgeny Titov die Inszenierung und versteht Rogers Geschichte als existenziellen Trip, an dessen Ende der Protagonist die Konventionen seines bisherigen Lebens hinter sich lässt. Damit erhält ein Werk eine Berliner Bühne, das trotz seiner musikalischen Kraft hier bislang eine bemerkenswerte Ausnahmeerscheinung geblieben ist.
Denn obwohl „Król Roger“ bereits vor rund hundert Jahren uraufgeführt wurde, wurde die Oper – abgesehen von konzertanten Aufführungen und Gastspielen – bislang an keinem der großen Berliner Opernhäuser szenisch erarbeitet. Die Produktion der Komischen Oper Berlin macht Szymanowskis lange unterschätztes Meisterwerk damit erstmals in einer in Berlin realisierten szenischen Produktion erlebbar.
Premiere 30. Januar 2027
weitere Aufführungen: 5. Februar sowie 4., 8., 13., 21. und 29. März 2027






